Doppel-Pleite von einer Automaten- und Unterhaltungselektronik-Gruppe

Wirtschaft

Die oberösterreichische TAB-Gruppe gerät in schweres Fahrwasser: Gleich zwei Unternehmen des Automaten- und Unterhaltungselektronik-Konzerns haben laut AKV Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind die TAB-AUSTRIA Industrie- und Unterhaltungselektronik GmbH & Co KG sowie die DATTL Unterhaltungselektronik GmbH & Co KG, beide mit Sitz in Ansfelden. Das Landesgericht Linz hat die Verfahren noch nicht eröffnet. Insgesamt sind mehr als 70 Gläubiger mit Gesamtforderungen von rund 8,2 Millionen Euro betroffen. Bei beiden Unternehmen ist die TAB Austria Group GmbH unbeschränkt haftende Gesellschafterin.

Markt um 30 Prozent eingebrochen

Die TAB-AUSTRIA ist auf den Bau, Vertrieb und die Reparatur von Unterhaltungselektronik sowie die industrielle Fertigung von Automaten und Selbstbedienungsterminals spezialisiert. Die DATTL betreibt den Automatenverleih sowie die Aufstellung und Wartung von Unterhaltungs- und Spielgeräten außerhalb des Glücksspiels. Zudem dient sie als Testmarkt für neue Produkte der Gruppe.

Die Insolvenzursachen

„Als Hauptursachen für die Schieflage nennen beide Unternehmen die Folgen der Corona-Pandemie und massive Marktveränderungen. Der Gesamtmarkt im Kerngeschäft der Geräteaufstellung sei in den vergangenen fünf Jahren um schätzungsweise 30 Prozent zurückgegangen“, heißt es im Antrag der DATTL. „Hinzu kämen witterungsbedingte Rückgänge bei den Einspielergebnissen sowie hohe Personalkosten durch Abfertigungszahlungen“, so der AKV. „Die TAB-AUSTRIA führt zusätzlich Lieferkettenstörungen, Verzögerungen bei Auslieferung und Abrechnung von Geräten, die negative Entwicklung der Absatzmärkte in arabischen Ländern sowie Forderungsausfälle als Belastungsfaktoren an.“

Die Schulden

Bei der TAB-AUSTRIA summieren sich die Verbindlichkeiten auf rund 4,145 Millionen Euro, davon entfallen etwa 2,05 Millionen Euro auf Banken, rund 360.000 Euro auf Lieferanten, etwa 1,7 Millionen Euro auf verbundene Unternehmen und rund 35.000 Euro auf Mitarbeiter. Mehr als 50 Gläubiger sind betroffen.

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Die DATTL weist Verbindlichkeiten in Höhe von rund 4,075 Millionen Euro aus, davon entfallen etwa 3,8 Millionen Euro auf verbundene Unternehmen, rund 240.000 Euro schuldet die Firma Lieferanten, etwa 35.000 Euro Mitarbeitern. Hier sind 19 Gläubiger betroffen.

Drastischer Personalabbau bereits vollzogen

Die TAB-AUSTRIA beschäftigt derzeit keine Mitarbeiter mehr. Alle bisher Beschäftigten seien bereits vor Antragstellung ausgeschieden. Bei einer Fortführung sollen lediglich zwei Dienstnehmer eingestellt werden. Die DATTL macht keine Angaben zur aktuellen Mitarbeiterzahl.

Die Zukunft

Beide Unternehmen streben laut AKV eine Fortführung an und bieten ihren Gläubigern identische Sanierungspläne: eine Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Die Mittel sollen aus dem Cashflow des fortgeführten Kerngeschäfts sowie durch Mezzaninkapital aus einem Investorenprozess aufgebracht werden.

Nach eigenen Angaben haben beide Firmen bereits Restrukturierungsmaßnahmen umgesetzt: Neben dem Personalabbau seien Kosten bei Fuhrpark, Miete, Verwaltung und Sachaufwand gesenkt worden. Künftig wolle man sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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