Wie Österreich wirtschaftlich dasteht. Eine Bestandsaufnahme in vier Dimensionen

Wirtschaft

Iran-Krieg, damit verbundene hohe Sprit- und Energiepreise und in Folge eine wieder steigende Inflation: Auf diesen Nenner lässt sich das aktuelle Wirtschaftsjahr zusammenfassen.

Regierungen und die EU versuchen mit Maßnahmen gegenzusteuern, doch bei Konflikten außerhalb der europäischen Hemisphäre beziehungsweise bei weltweiten Krisen sind die Möglichkeiten begrenzt. Zumal sich ein Ende der Kriege im Iran und der Ukraine weiterhin nicht abzeichnet.

Vor diesem Hintergrund analysiert der KURIER anhand einiger wichtiger Parameter die aktuelle wirtschaftliche Lage, in der sich Österreich befindet.

Wirtschaftswachstum

Relativ hoch waren die Erwartungen für das heurige Jahr, doch erfüllen werden sie sich wohl nicht. Betrug das Wachstum im Vorjahr noch ein Prozent (siehe Grafik), so wird es dieses Jahr nur die Hälfte sein. Prognostiziert wurde zu Jahresbeginn aber noch ein stabiles bzw. leicht steigendes Wachstumsplus. 

WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr sah damals noch „ein Licht am Ende des Tunnels“. Freilich, den Golfkrieg sah keiner voraus. Positive Impulse erwartet die Nationalbank (OeNB) für die kommenden Monate insbesondere von einem stärkeren Welthandel, der auch der österreichischen Exportwirtschaft zugutekommen sollte. Zudem habe sich die Auftragslage in der heimischen Industrie deutlich verbessert. Für 2027 und 2028 prognostiziert die OeNB ein BIP-Wachstum von 1,3 beziehungsweise 1,2 Prozent.

Preissteigerungen

Die hohe Inflation feiert 2026 ihr Comeback, nachdem sie kurz vor Ausbruch des Iran-Kriegs schon fast den Zielwert von 2,0 Prozent erreicht hatte. Immerhin, die hohen Zahlen aus den vergangenen Jahren sind nicht zu erwarten. Das liegt daran, dass die Regierungen erkannt haben, dass noch mehr Geld in den Kreislauf zu pumpen (mittels Subventionen, Förderungen oder Direkthilfen), ein ungeeignetes Mittel zur Inflationsbekämpfung ist.

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Nun sollen es in Österreich Preisdeckel bei Mieten, vergünstigte Energietarife, eine Spritpreisbremse oder eine Senkung der Mehrwertsteuer auf ausgewählte Lebensmittel richten. All das drückt die Inflationsrate um einige Zehntel Prozentpunkte. Neue Abgaben wie auf Pakete oder Gebührenerhöhungen machen einen Teil davon aber wieder zunichte.

Wenn am Montag die Herbstlohnrunde startet (z. B. im Handel oder für Eisenbahner), wird daher die Inflation wieder ein größeres Thema sein. Die Metaller verhandeln heuer nach dem Zweijahresabschluss im Vorjahr nicht. Sie müssen wegen der überraschend höheren Inflation einen Reallohnverlust hinnehmen.

Defizit/Verschuldung

Der andauernde Krisenmodus macht es schwer, Schulden zu reduzieren. Dennoch hat die Regierung im Sommer ein Doppelbudget verabschiedet, das mithilfe von Milliardeneinsparungen eine Verringerung des Defizits vorsieht. Angepeilt wird für nächstes Jahr ein Rückgang auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), 2028 sollen wieder die in der EU erlaubten 3 Prozent erreicht werden.

Freilich, die meisten Ökonomen glauben, dass dieses Ziel verfehlt werde und noch größere Sparanstrengungen unternommen werden müssten. Noch immer überragen, wie berichtet, die Ausgaben die Einnahmen – im ersten Halbjahr um 11,1 Milliarden Euro. Die Schulden des Gesamtstaates (Bund, Länder, Gemeinden, Sozialversicherung) beliefen sich Ende Juni auf 438,9 Mrd. Euro – 20,5 Milliarden mehr als noch Ende 2025.

Forschung

Stark präsentiert sich Österreich weiterhin im Bereich Forschung und Entwicklung. Die F&E-Ausgaben werden heuer voraussichtlich 17,63 Milliarden Euro betragen, was 3,34 Prozent des BIP entspricht. Damit liegt Österreich über dem europäischen Zielwert von drei Prozent und auf Platz drei innerhalb der EU. Die Regierung will in den nächsten Jahren vor allem die Förderung in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Chips und …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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