
Die Fußball-Frauen. Was die Bezahlung betrifft, verpufft ihr Ruf nach Gleichberechtigung wohl ewig wirkungslos. Konträr dazu aber werden sie bei Olympia begehrter als die kickenden jungen Männer sein.
Weil das IOC das weibliche Starterfeld für die Spiele 2028 in Kalifornien von 12 auf 16 Teams erweitert, das männliche indes von 16 auf nur zehn reduziert.
Während die ÖFB-Frauen auf ihr erstes olympisches Mitwirken (Quali-Gegner noch offen) somit hoffen dürfen, sind im Männer-Bereich diesbezügliche Chancen nach dem 1:1 der U-21 gegen Dänemark gleich null.
Was – so auch ORF-Experte Roman Mählich – „ewig schad’“ ist, weil der Nachwuchsauswahl so viele auch international begehrte Ausnahmetalente à la Schuster, Weinhandl, Hödl, Zabransky, Markovic, Wurmbrand angehören wie schon lange nicht. Die haben trotz des unglücklichen Remis im extrem intensiven Match auf dem Wiener Sport-Club-Platz durchaus imponiert und dabei sicher noch nicht an Olympia sondern „nur“ an die U-21-EM-Endrunde gedacht.
Um doch noch zur EM zu gelangen, müsste am letzten Spieltag ein Wunder geschehen. Und um danach ein Olympia-Ticket zu erobern, wäre bei der U-21-EM 2027 gar ein Top 3 Platz notwendig.
Kurzum: Eine Olympia-Teilnahme ist schwerer zu erreichen als sich mit dem A-Team für die EM oder für eine zuletzt schon auf 48 Teams aufgeblähte WM zu qualifizieren. In den ÖFB-Annalen wird somit noch lange Walter „Tscharry“ Grohs als Österreichs letzter Olympia-Torschütze aufscheinen.
Olympia 1952
Das Sportlerherz von Grohs hörte 2018 im Stiegenhaus des Karl-Marx-Hof zu schlagen auf. Dort hat der bescheidene Mann, von der Vienna einst mit einer Gemeindewohnung belohnt, auf 60 Quadratmetern 60 Jahre lang gewohnt und noch wenige Monate vor seinem Tod dem KURIER vom Olympiaabenteuer erzählt:
Wie der ÖFB, mit dem sofortigen Olympia-Aus rechnend, schon vor Olympia die Rückflüge aus Helsinki gebucht hatte. Weil man jedoch dank Grohs im Achtelfinale gegen Gastgeber Finnland gewann und es für die dadurch verschobene Heimreise keine Tickets gab, musste, nein durfte man, nach dem Viertelfinal-Out gegen Schweden (Torschütze beim 1:3 abermals Grohs) noch zehn Tage in Helsinki bleiben. Was die Spieler laut Grohs sehr genossen. „Weil’s dahoam no net für an jeden von uns a guat’s Essen gab.“
Das war 1952. Als so mancher Fußballstar noch Amateur und Frauenfußball in Österreich noch verboten war.
Source:: Kurier.at – Sport



