
Wäre es nach den ursprünglichen Plänen von Hamam al-Hammami gegangen, einem omanischen Piloten, der in Dubai lebt, wäre schon im Juli ein Flugzeug der Linie Flydubai auf den israelischen Flughafen Ben Gurion gekracht. Mit allen Passagieren an Bord und mit einer möglichst großen Opferzahl auf dem Boden.
Seit Mitte der Vorwoche, als er versucht hatte, eine Maschine der Flydubai mit rund 180 israelischen Passagieren zum Absturz zu bringen, sitzt er in Saudi-Arabien in Haft. Bei den seither laufenden Ermittlungen kommen immer mehr schockierende Details ans Licht:
Erst im Februar wurde er als Pilot bei der Billigfluglinie der Vereinigten Arabischen Emirate aufgenommen. Danach setzte er alles daran, auf die Route zwischen Dubai und Tel Aviv gesetzt zu werden. Bei seinem früheren Arbeitgeber Oman Air war er wegen Sicherheitsbedenken gekündigt worden. Und auch beim marokkanischen Flaggschiff Royal Air Maroc hatte er wegen seiner radikal-islamischen Ansichten keinen Job bekommen, berichtete das Wall Street Journal.
In der Vorwoche hatte Hammami schließlich versucht, seinen Terrorplan umzusetzen. Kurz vor dem israelischen Luftraum stürzte er sich auf den Kapitän und verletzte ihn mit einer Axt schwer. Doch dieser konnte mit letzter Kraft die von innen verschlossene Cockpittür öffnen, worauf drei Passagiere den Angreifer überwältigten und ein zufällig mitfliegender anderer Pilot die Maschine in Saudi-Arabien notlandete.
Schon im Juli hätte der Terrorist eine Maschine auf dem Flug nach Tel Aviv zum Absturz bringen wollen, berichten mit den Ermittlungen vertraute Personen nun. Doch ein Crewmitglied sei ihm damals am Herzen gelegen, und so habe er umdisponiert.
Die erste Erleichterung in Israel über den Heldenmut der Passagiere und des schwer verletzten Piloten ist inzwischen Besorgnis um Sicherheitslücken gewichen, die es Hammami ermöglichten, überhaupt im Cockpit zu sitzen und das Flugzeug beinahe zum Absturz zu bringen.
Flydubai hat Hammami bei seinem früheren Arbeitgeber nicht überprüft und vor seiner Einstellung nur eine Überprüfung des Strafregisters durchgeführt. Israel wiederum erhielt im Voraus eine Liste der Passagiere und Besatzungsmitglieder des Fluges von Flydubai, strich Hammami jedoch nicht von der Liste. Israel schließt normalerweise Piloten aus allen Ländern aus, mit denen es keine diplomatischen Beziehungen unterhält, wie etwa mit dem Oman.
Besonders bei dieser Vorschrift gab es offenbar von israelischer Seite große Lücken: Mehr als 1.200 Besatzungsmitglieder aus verbotenen Ländern wie Syrien, Libanon und dem Oman sind seit Jahresbeginn nach Israel eingeflogen, schildert eine mit der Angelegenheit vertraute Person dem Wall Street Journal.
Source:: Kurier.at – Politik



