
Bei einem russischen Angriff auf einen Bus in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk sind am Donnerstag nach Behördenangaben 30 Menschen getötet worden.
Militärgouverneur Wadym Filaschkin veröffentlichte in seinem Telegram-Kanal Fotos von dem ausgebrannten Bus. „Das sind Menschen, die von der russischen Armee getötet wurden“, sagte er. „Dafür gibt es keine Rechtfertigung und kann es auch keine geben.“
Filaschkin rief die noch im Gebiet Donezk verbliebenen Menschen dazu auf, in sicherere Regionen der Ukraine zu fliehen. Trotz der Evakuierungsappelle weigern sich immer wieder viele Bewohnerinnen und Bewohner, ihr Hab und Gut zurückzulassen.
Bereits am Mittwoch hatte es einen besonders schweren Luftangriff Russlands auf die Ukraine mit 32 Toten gegeben. Die Ukraine traf bei einem Gegenangriff unterdessen erstmals ein wichtiges Rechenzentrum.
Kramatorsk ist neben Slowjansk die letzte von der Ukraine kontrollierte Großstadt in der Region Donezk im Osten des Landes. Die Stadt, in der vor Beginn des russischen Angriffskriegs 150.000 Menschen lebten, ist für die Logistik der ukrainischen Streitkräfte an der Front von großer Bedeutung. Die Zahl der Opfer könne sich noch erhöhen, hieß es am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte Fotos, auf denen leblose Körper und Trümmer vor dem brennenden Wrack des Busses zu sehen sind.
Zahl der Toten nach schwerem Angriff auf Ukraine gestiegen
Die Zahl der Todesopfer nach dem schweren russischen Luftangriff vom Mittwoch hat sich nach ukrainischen Angaben von 28 auf 32 erhöht. Besonders hart getroffen worden war die Stadt Pryluky in der nördlichen Region Tschernihiw, wo eine russische Rakete ein fünfstöckiges Wohnhaus zerstörte. Wie die Einsatzkräfte mitteilten, stieg die Zahl der Toten in Pryluky bis Donnerstag von 20 auf 22.
Auch in Kiew wurden nach einem Treffer auf ein mehrstöckiges Wohnhaus zwei weitere Todesopfer geborgen, teilten die Einsatzkräfte weiter mit. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Russland insgesamt 70 Raketen, darunter viele ballistische Flugkörper, sowie zahlreiche Drohnen abgefeuert. Ein Hauptziel sei die ukrainische Energieinfrastruktur gewesen. Selenskyj nannte den Angriff ein „Geburtstagsgeschenk für Putin“. Kremlchef Wladimir Putin wurde am Mittwoch 74 Jahre alt.
Ukraine traf russisches Datenzentrum
Der größte russische Internetkonzern Yandex teilte am Donnerstag laut russischen Medien lediglich mit, dass es einen „Vorfall“ gegeben habe. Der Angriff löste ein Feuer in dem Gebäude des Technologiekonzerns in der Region Rjasan aus. Yandex bietet mit YandexGPT eines der führenden russischen Modelle für Künstliche Intelligenz (KI) an. Der Betrieb des Rechenzentrums sei vollständig eingestellt worden, hieß es. Das Unternehmen arbeite an der Beseitigung der Folgen und der Wiederherstellung der betroffenen Dienste. Die Kerndienste für Verbraucher seien jedoch nicht betroffen.
Auf der Webseite seines Cloud-Dienstes teilte Yandex zudem mit, es gebe Probleme mit der Stromversorgung in einem Bereich des Rechenzentrums. Dem Angriff auf das Yandex-Rechenzentrum ging eine Welle russischer Angriffe auf ukrainische Rechenzentren in den vergangenen Wochen voraus. In der russischen Stadt Salawat in der Region Baschkortostan brach zudem nach dem Absturz von Drohnenteilen ein Feuer auf einem Industriegelände aus, wie örtliche Behörden mitteilten. Es habe keine Verletzten gegeben. Der Betrieb des Unternehmens laufe weiter.
Source:: Kurier.at – Politik



