
Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, die Heizsaison startet in Kürze. Klimafreundlich zu heizen ist für viele Haushalte von einem theoretischen Begriff zu einem klaren Ziel geworden. Wiederum andere wollen unabhängig gegenüber Netzausfällen und den Schwankungen an den internationalen Energiemärkten sein – und setzen daher auf das Heizen mit Stückholz.
In zehn bis zwölf Prozent der österreichischen Haushalte gibt es einen Holzofen.
Angesicht steigender Gasnetzentgelte ist das Heizen mit Stückholz oder Pellets für viele Haushalte eine Alternative. Denn die Netzentgelte für Erdgas in Österreich sind 2026 um durchschnittlich 18 Prozent gestiegen. Laut Thomas Schiffert, Geschäftsführer des österreichischen Kachelofenverbands, kostet das Heizen mit Stückholz in einem Einfamilienhaus pro Jahr etwa die Hälfte der Kosten für Erdgas.
Aktuell stabilisiert sich laut Schiffert die Nachfrage nach Kachel- und Kaminöfen. Das hat auch damit zu tun, dass Holz im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen günstiger ist.
„Brennholz ist kein weltweites Handelsprodukt“, so Schiffert, sondern werde regional bezogen, daher seien die Preise stabil. Die Unterschiede zwischen Kachel- und Kaminöfen sind vor allem in der Heizleistung groß. Während Kachelöfen – aus Schamottsteinen und Keramikkacheln – die Wärme über lange Zeit speichern und langsam abgeben, ist das bei den Kamin- oder Schwedenöfen anders. Sie sind aus Stahl oder Gusseisen, liefern schnelle Wärme, kühlen aber rasch wieder aus.
Kosten bei Anschaffung und Betrieb
Thomas Schiffert beziffert die Preise für die Errichtung eines Kachelofens mit rund 15.000 bis 20.000 Euro. Aktuell gibt es in Österreich rund 600 Hafnerbetriebe, die aktiv sind. Um ausreichend Nachwuchs brauche man sich keine Sorgen zu machen, so Schiffert. Immer mehr legen die Meisterprüfung ab. Kachelöfen kommen vor allem in Einfamilienhäusern und Wohnungen im Eigentum zum Einsatz. Für Mieter zahle sich der Einbau meist nicht aus, daher gebe es hier weniger Nachfrage.
Ein echtes Stadt-Land-Gefälle sieht der Experte nicht – wobei es vor allem in der Steiermark, in Nieder- und Oberösterreich besonders viele Kachelöfen gibt, in Wien hingegen weniger.
Moderne Öfen, weniger Schadstoffe
Die Schadstoff-Emissionen (Stichwort Feinstaub) – einer der großen Kritikpunkte am Heizen mit Stückholz – seien laut Schiffert kein Thema mehr, weil moderne Anlagen die Schadstoff- und Feinstaub-Emissionen im Vergleich zu alten Modellen deutlich reduziert haben. Der gesetzliche Umgang mit alten Öfen, deren Emissionen deutlich höher sind, ist laut Schiffert in Deutschland besser geregelt, weil es eine klare Regelung zur Einhaltung von Emissionswerten und -obergrenzen gibt.
Im Vergleich dazu gibt es in Österreich keine gesetzliche Pflicht, bestehende Kachelöfen stillzulegen oder nachzurüsten. Dennoch ersetze ein Großteil aller Öfen, die neu installiert werden, bestehende Anlagen, so der Chef des Kachelofenverbands.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



