Mikaela Shiffrin und Pinheiro Braathen starten in den Ski-Winter

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Wenn sich bei Sonnenschein und 25 Grad plus alles in eine Fabrikshalle mit Neonbeleuchtung drängt, wenn sich die Gespräche um Helme, Innenschuhe und Stöcke drehen und minutenlang über Hundertstelsekunden diskutiert wird, wenn US-Star Mikaela Shiffrin aus Nordamerika und Pinheiro Braathen aus Brasilien nach Altenmarkt reisen: Dann, ja dann beginnt inoffiziell der Skiwinter.

Der Atomic-Media-Day hat sich längst eingebürgert als Startschuss für die Weltcupsaison. Es sind zwar noch zwei Wochen hin bis zum Frauen-Riesentorlauf in Sölden (24. 10.), aber die Rennläufer, Trainer und Serviceleute sind bereits mehr als rennfertig.

8 von 10

Welche Ziffer auf einer Skala von 0 bis 10 denn ihre aktuelle Form widerspiegeln würde, wurde Mikaela Shiffrin am Donnerstag gefragt. „Wenn null tot ist und zehn Superman, dann bin ich gerade bei einer acht“, verkündete die sechsfach Siegerin im Gesamtweltcup. Das darf durchaus als Kampfansage verstanden werden.

Denn die Vergangenheit hat gelehrt, dass Mikaela Shiffrin schon in Normalform in den meisten Fällen der Konkurrenz um die Ohren fährt. 110 Weltcupsiege und der Allzeitrekord kommen ja nicht von ungefähr. Und deshalb sollte sich auch keine ihrer Gegnerinnen in falscher Sicherheit wiegen, nur weil Mikaela Shiffrin unter der Woche angekündigt hatte, in der kommenden Weltcup-Saison im Slalom etwas leiser treten zu wollen.

Erstens hat die 31-Jährige vorerst nur ihr Fehlen bei den ersten beiden Saisonslaloms in Levi und Hochgurgl bestätigt, zweitens wird sie natürlich bei ihrem Heimrennen im Dezember in Killington am Start stehen. Und drittens, und das ist die wahre Botschaft, „schließe ich die Tür nicht zu. Jeder weiß, dass ich den Slalom liebe. Er ist meine Heimat.“

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Charismatiker

Beim Begriff Heimat kommt einer wie Lucas Pinheiro Braathen zwangsläufig in einen emotionalen Zwiespalt. Sein Papa ist Norweger, seine Mama kommt aus São Paulo, die ersten großen Erfolge hat der Charismatiker noch für Norwegen eingefahren, seit einem Streit mit dem norwegischen Verband steht Braathen als alpiner Brasilianer am Start.

Das „Lucas“ in seinen Namen ist mittlerweile gewichen, neuerdings möchte der Riesentorlauf-Olympiasieger von 2026 nur mehr als Pinheiro angesprochen werden. Die innere Zerrissenheit ist freilich geblieben, vor allem dann, wenn sich im Achtelfinale der Fußball-WM plötzlich seine Heimatländer Norwegen und Brasilien (2:1) gegenüberstehen.

Verkehrte Welt

„Das ist schon komisch“, philosophierte Braathen am Donnerstag in Altenmarkt. „Auf der Skipiste gewinnt Brasilien Olympiagold, und auf dem Fußballplatz ist Norwegen besser. Inzwischen kennen sich aber immer mehr Brasilianer im Skifahren aus.“

Was nicht nur Brasilianer überraschen würde, sondern wohl bei vielen Verwunderung auslösen dürfte: Es herrschen aktuell nahezu perfekte Bedingungen für Schneetraining. Wärmeeinbruch hin, Gletscherschmelze her – „wir finden ideale Verhältnisse vor“, schwärmt etwa ÖSV–Herrencheftrainer Marko Pfeifer, der sich mit dem Team auf dem Pitztaler Gletscher auf den Weltcupauftakt einstimmt.

Verantwortlich dafür sind die riesigen Schneedepots, die im Frühjahr angelegt wurden und sich nun als „weißes Gold“ herauskristallisieren. Der Schnee von gestern wird auch den Weltcupstart in zwei Wochen in Sölden garantieren.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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