
Die Favoritinnenrolle war klar vergeben. Österreich wollte und sollte gewinnen gegen Kosovo am Freitag in Prishtina.
Ein Abend in der kosovarischen Hauptstadt – im Zeichen von Gelsenspray, holprigem Rasen und halbleeren Rängen – ging am Ende gut für Österreich aus. Mit einem knappen 2:1-Vorsprung geht es ins Rückspiel am Dienstag in Wien.
Eine gute Bekannte, die sich auf das Duell mit ihren Austria-Kolleginnen gefreut hatte, saß zunächst nur auf der Bank. Modesta Uka war mit Oberschenkelproblemen nicht fit für 90 Minuten.
Und zunächst verteilten sich die Rollen am Spielfeld nach den Erwartungen. Österreich als Favorit führte den Ball, Kosovo lief nach. Doch gefährlich wurden Kapitänin Sarah Puntigam und ihre Kolleginnen noch nicht. Stattdessen musste man nach einer knappen Viertelstunde gar einen Rückstand einstecken. Die Gastgeberinnen leiteten einen Konter ein, bei dem SKN-Kapitänin Jennifer Klein etwas zu weit weg von ihrer Gegenspielerin Halilaj war. Über Fetaj lief der Ball zur starken Offensivspielerin von Frankfurt, Memeti. Sie traf von der linken Seite ins Netz (14.) – 1:0 für die Gastgeberinnen.
Nicht der Spielverlauf, den sich das ÖFB-Team von Lars Söndergard erhofft hatte. Doch man ließ sich nur kurz beirren. Gleich im Anschluss folgte die erste große Chance der Österreicherinnen über Louise Schöffel von rechts – doch Eileen Campbell traf nur die Latte (16.).
1:1: Premierentor von Louise Schöffel
Wenig später kam ein langer Pass auf die Vorarlbergerin von Puntigam aus dem Zentrum nur knapp nicht an (20.). Ein Höbinger-Freistoß an der Strafraumgrenze war zu flach und ungefährlich (21.) und ein Weitschuss von Sarah Gutmann ging daneben (29.).
Doch der verdiente Ausgleich kam noch vor der Pause. Verena Hanshaw flankte von links in den Strafraum, Marie Höbinger verfehlte mit dem Kopf, doch Schöffels rechtes Bein war zur Stelle. Volley per Schienbein traf die Austrianerin erstmals für das Nationalteam (37.) – 1:1.
Knapper Sieg nach Billa-Tor
Die Dynamik, die die Österreicherinnen in Hälfte eins vermissen ließen, kam in der zweiten Halbzeit ein wenig zurück aufs Spielfeld. Die Chancen wurden zwar mehr (nach 70 Minuten stand es 1:13 in Torschüssen), aber nicht unbedingt gefährlicher – etwa durch Gutmann (47./57.). Mit dem Dreifach-Wechsel Österreichs nach einer Stunde kamen Rückkehrerin Sarah Zadrazil, Nicole Billa und die 17-jährige Debütantin Valentina Pötzl – und mehr Bewegung ins Spiel.
Und in der Schlussphase war der Ball endlich wieder im Tor. Die frühere Goalgetterin Billa hat vier Jahre nach ihrem letzten Länderspieltor per Kopf erneut für Rot-weiß-Rot getroffen (81.). Begleitet von Muezzin-Gesängen ging es in die letzten Spielminuten. Auch eine Chance von Uka (84.) änderte am Spielstand nichts mehr.
Source:: Kurier.at – Sport



