Sparzinsen steigen, aber Angebote sind manchmal trügerisch

Wirtschaft

Der Weltspartag am 31. Oktober ist immer noch ein Anlass für viele Menschen, sich mit ihrer Geldanlage zu beschäftigen. Weil der Tag heuer auf einen Samstag fällt, herrscht in Bankfilialen auch schon davor reger Betrieb. Die gute Nachricht für Sparer: Gegenüber dem Vorjahr sind die Zinsen deutlich gestiegen. Vor allem bei Produkten mit längerer Bindung bieten Banken teilweise Verzinsungen von über 3 Prozent an. Manchmal wirken die Angebote jedoch nur auf den ersten Blick attraktiv. Hohe Zinssätze werden bereits nach wenigen Monaten stark zurückgestuft.

In Vorarlberg bekommt man 3,1 Prozent Zinsen

Welche Zinssätze Sparprodukte abwerfen, hängt unter anderem von der Bindungsdauer des Angebots ab. Bei Sparprodukten mit dreijähriger Bindung lagen die Zinssätze zuletzt im Schnitt bei rund 2,3 Prozent, bei 24 Monaten waren es etwa 2,1 Prozent, zeigt die Sparzinsenplattform der Nationalbank. Den aktuell höchsten Zinssatz von 3,1 Prozent bei 12 Monaten Bindung erhalten Kunden der Walser Raiffeisen Bank. In den Zahlen der Nationalbank taucht ein noch höherer Wert auf (4 Prozent), dieser sei jedoch mit Unsicherheiten behaftet.

Bei täglich verfügbaren Sparkonten ist Vorsicht geboten

Soll das Sparguthaben täglich verfügbar sein, erhält man in der Regel viel geringere Zinsen. Die höchsten Werte von 2,6 Prozent und mehr erhält man bei Neobanken wie Trade Republic oder Scalable. Auch Banken im Automobil-Umfeld wie die Renault Bank oder die Porsche Bank bieten ein ansprechendes Zinsniveau. Die Arbeiterkammer warnt aber davor, bei vermeintlich günstigen Angeboten schnell zuzuschlagen. Kleingedrucktes sollte man gründlich studieren, bevor eine Entscheidung gefällt wird. Vergleichsplattformen im Internet zeigen genau auf, wie hoch Zinsen über gewünschte Zeiträume tatsächlich ausfallen.

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Banken geben Leitzins selten an Kunden weiter

Einer der Gründe für den Schub bei den Sparzinsen sind die jüngsten Zinsschritte der Europäischen Zentralbank (EZB). Auf den Krieg im Nahen Osten und seine wirtschaftlichen Verwerfungen reagierte sie mit zwei Leitzinserhöhungen im Juni und September. Vor allem die gestiegene Inflation in der Eurozone aufgrund explodierender Spritpreise zwang sie zum Handeln. Dass die Banken höhere Zinsniveaus an ihre Kunden weitergeben, ist aber kein Automatismus.

Einer Untersuchung des Momentum Instituts zufolge erhalten Bestandskunden für das Sparen von Banken derzeit im Schnitt nur 0,7 Prozent Zinsen. Spielraum für mehr wäre da. Die Geschäftsbanken selbst bekommen bei der Notenbank für ihr Guthaben 2,5 Prozent und damit mehr als dreimal so viel für täglich fälliges Geld, als sie ihrer eigenen Kundschaft weitergeben. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichneten die Geschäftsbanken Rekordgewinne, die Halbjahresgewinne der Vorjahre klar in den Schatten stellen.

Sparen ist weniger kompliziert

Nicht umsonst werden Sparer in immer größerem Ausmaß zu Anlegern. Wertpapiere versprechen höhere Gewinne, was vielen angesichts der hohen Inflation (aktuell 3,6 Prozent) als maßgeblich für den Erhalt des eigenen Vermögens erscheint. Laut Umfragen investiert rund ein Drittel der Bevölkerung in börsengehandelte Produkte. Die meistgenutzte Sparform ist aber immer noch das Sparbuch bzw. das Sparkonto. Es ist unkompliziert, spesenarm und erfordert keinerlei Finanzwissen.

Oft wird das Parken des eigenen Geldes am Sparkonto auch wegen der kurzfristigen Verfügbarkeit präferiert, heißt es aus dem Momentum Institut. „Für Gering- und Mittelbezahlte ist die Veranlagung in Aktien nicht sinnvoll, weil sie ihr Guthaben für Notfälle benötigen. Dafür braucht es …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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