Ruefa-Chefin: „Jede Reise beginnt heute mit einer KI“

Wirtschaft

Birgit Wallner ist Chefin des Verkehrsbüros, zu dem etwa die Reiseveranstalter Ruefa oder Eurotours gehören. Im Interview erklärt sie, warum Reisebüros weiterhin gefragt sind und warum Frühbucher beim Preis im Vorteil sind.

KURIER: Wie war das bisherige Jahr 2026 für die heimischen Reisebüros?

Birgit Wallner: Der Beginn der Nahostkonflikte hatte massive Auswirkungen auf die Reiselust und die Buchungseingänge. Zwischen Anfang des Jahres und Ende März ist bei uns die wichtigste Buchungszeit. Wir wurden hier Ende Februar unterbrochen und hatten mit Buchungsrückgängen zu kämpfen. Es hat sich dann im Last-Minute-Bereich wieder etwas normalisiert, wir haben aber diese Lücke nicht mehr ganz aufholen können. Jetzt gehen wir optimistisch in den Herbst und Winter und rechnen für die Ruefa mit einem doch sehr guten Ergebnis.

Der Trend ging in den vergangenen Jahren immer mehr hin zu kurzfristigen Buchungen. Bemerken Sie das in den Reisebüros?

Ja und nein. Also wir haben schon immer noch den klaren Trend zum Frühbucher. Jetzt im November und Dezember beginnen die Kunden zu überlegen, wo denn im nächsten Jahr der Haupturlaub hingeht. Frühbuchen ist also weiterhin klar im Trend, aber wenn Kunden nur kurz verreisen wollen, sehen wir, dass es auch einmal kurzfristig in den Urlaub geht.

Welche Destinationen liegen aktuell im Trend, und welche verlieren an Nachfrage?

Wenn es um eine Flugreise geht, ist an erster Stelle immer Griechenland. Das ist und bleibt die Lieblingsdestination der Österreicher. Wir haben heuer im Sommer aufgrund der Nahostkonflikte eine Verschiebung im Mittelmeerraum gesehen, vom Osten in den Westen. Jetzt gerade, im Herbst, sehen wir einen starken Trend zum Beispiel in Richtung Ägypten oder Marokko. Und ein weiterer Trend, der seit Jahren anhält, sind Kreuzfahrten.

  Was tut man, wenn einer der Eigentümer gegen den Glasfasereinbau ist?

Früher war das Reisebüro der erste Ansprechpartner für den Urlaub. Heute kann eigentlich fast jeder Mietwagen, Flug und Hotel selbst online buchen. Wofür braucht es denn noch Reisebüros?

Gerade zu Corona-Zeiten haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht: Was ist denn die Existenzberechtigung? Und wir haben uns damals sehr genau angeschaut, was ein zukunftsfähiges Reisebüro mitbringen muss. Wir haben auf der einen Seite die persönliche Beratungsexpertise und das Menschliche, das es auch oft braucht, um eine Entscheidung zu finden. Auf der anderen Seite haben wir uns weiterentwickelt, um eine digitale Reichweite zu bekommen. Damit sind wir nicht abhängig von einer Laufkundschaft. Wir freuen uns über alle Kunden, die bei uns reinkommen. Allerdings sehen wir, dass ja fast jede Reise online beginnt und man irgendwann zu einem Punkt kommt, an dem man etwas Unterstützung braucht.

Wer sind die klassischen Kunden im Reisebüro?

Wir haben einen sehr hohen Stammkundinnenanteil von über 60 Prozent. Ein typisches Einsteigerprodukt ist eine Hochzeitsreise, denn das ist etwas sehr Wichtiges. Man hat da vielleicht einen gewissen sozialen Druck, und es geht auch darum, sich abzusichern. Oder wenn man zum ersten Mal mit einem kleinen Baby auf Reisen geht. Oder wenn es darum geht, eine hoch individualisierte Reise zusammenzustellen. Immer dann, wenn Reisen komplexer werden, ist das die Klientel, die wir in einem Reisebüro haben.

Wie hat sich der Wettbewerb in den vergangenen Jahren entwickelt?

Es gibt mehr Anbieter auch im Onlinebereich. Die Wege des Internets sind …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

  Hohe Kerosinkosten: Ryanair erwägt Lohnstopps und weniger Personal an Bord

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.