EU-Kommission gibt grünes Licht für chinesische Übernahme von Mediamarkt-Saturn

Wirtschaft

Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme von Europas größtem Elektronikfachhändler Mediamarkt-Saturn durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com genehmigt. Um Wettbewerbsbedenken auszuräumen, müssen sich die Unternehmen aber an Bedingungen halten, wie die Behörde mitteilte. 

Die Wettbewerbshüter wollen demnach so sicherstellen, dass chinesische Subventionen nicht den Markt verzerren. JD.com und der Mediamarkt-Saturn-Eigentümer Ceconomy teilten in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit, dass damit nun alle Angebotsbedingungen erfüllt seien, und kündigten den Vollzug der Transaktion für die kommenden Tage an.

Die Brüsseler Behörde hatte festgestellt, dass JD.com von China Subventionen in Form von Vorzugsfinanzierungen, Steuervergünstigungen und Zuschüssen bekommen hatte. Die EU-Kommission sah das Risiko, dass daraus finanzierte Kapazitäten letztlich auch Ceconomy zur Verfügung gestellt werden und die Unternehmen Mitbewerber durch „eine aggressive Preispolitik“ unter Druck setzen könnten.

Quersubventionierung verhindern

Die Unternehmen werden deshalb unter anderem dazu verpflichtet, dass sämtliche konzerninternen Transaktionen zwischen JD.com und Ceconomy zu marktüblichen Bedingungen erfolgen müssen, insbesondere Finanzierungen. Das soll eine Quersubventionierung verhindern.

Die Unternehmen hatten die Verpflichtungszusagen angesichts der wettbewerbsrechtlichen Prüfung vorgeschlagen und sind daran nun zehn Jahre gebunden. China hatte der EU wegen der Untersuchung im August mit Gegenmaßnahmen gedroht.

JD.com will den Düsseldorfer Konzern Ceconomy übernehmen, zu dem MediaMarkt und Saturn gehören. Das Angebot des chinesischen Onlinehändlers bewertet Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro. Die Zustimmung der Brüsseler Behörde ist eine der Voraussetzungen für den Eigentümerwechsel. Staatshilfe unterliegt in der EU strengen Regeln, um Wettbewerbsverzerrung zu vermeiden. Die Behörde prüft auch bestimmte Subventionen von Staaten außerhalb der EU.

Vorwürfe aus Peking

  Digitaler Beleg: Anlaufschwierigkeiten und Sorgen um Datenschutz

Das chinesische Justizministerium hatte im August mitgeteilt, sollte die EU an ihrem Vorgehen festhalten, werde man entschlossen reagieren. Zugleich verbot Peking Organisationen und Einzelpersonen, die EU bei bestimmten Auskunftsersuchen in China zu unterstützen. Das Justizministerium warf Brüssel vor, umfangreiche und unnötige Informationen aus China verlangt zu haben.

Ein Sprecher der EU-Kommission argumentierte damals dagegen mit der Bedeutung gleicher Wettbewerbsbedingungen. Während früher nur Subventionen europäischer Staaten geprüft worden seien, würden mittlerweile auch ausländische Subventionen geprüft. Das Ziel sei, „dass alle in der EU tätigen Unternehmen, einschließlich chinesischer Unternehmen, gleich behandelt werden und unter gleichen Bedingungen konkurrieren“, sagte der Sprecher.

EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera begrüßte nun den „konstruktiven Ansatz der beteiligten Unternehmen“. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren von einem wettbewerbsfähigen Einzelhandels- und E-Commerce-Sektor, in dem für alle Unternehmen gleiche Wettbewerbsbedingungen gelten.“

Einer der größten Handelskonzerne weltweit

MediaMarktSaturn ist Europas größter Elektronik-Fachhändler. Das Handelsunternehmen Ceconomy, zu dem die MediaMarktSaturn Retail Group heute zählt, entstand 2017 als Abspaltung von Metro.

JD.com ist mit einem Jahresumsatz von knapp 159 Milliarden US-Dollar (2024) laut dem Forschungsinstitut EHI größter chinesischer Handelskonzern und zählt auch weltweit zu den zehn größten. Die Gruppe, die etwa 570.000 Beschäftigte hat, ist unter anderem auch in den Bereichen Technologie, Logistik und Gesundheit tätig. In Deutschland ist das Engagement bisher überschaubar. Im März dieses Jahres startete JD.com den Onlineshop Joybuy.

JD.com teilte zur Entscheidung der EU-Kommission weiter mit, dass Geschäftsmodell und Strategie unverändert blieben und die Grundlage für beschleunigtes Wachstum bildeten. „Der Vorstand wird weiterhin für die Umsetzung der Geschäftsstrategie und die operative Führung des Unternehmens verantwortlich sein“, hieß es. JD.com habe sich zudem verbindlich dazu verpflichtet, die für Mitarbeitende, Marken und Märkte besonders wichtigen Grundlagen …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 3 times, 3 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.