Fliegen wird teurer: Lufthansa rechnet mit zweistelligem Preisanstieg

Wirtschaft

Die Lufthansa geht wie der Billigfliefer Ryanair wegen des anhaltend hohen Kerosinpreises von einem zweistelligen Anstieg der Ticketpreise im kommenden Jahr aus.

„Die Ticketpreise werden im nächsten Jahr zweistellig steigen, das sehen wir auch so“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag. Schon im vierten Quartal dieses Jahres gebe es einen zweistelligen Anstieg. „Wir brauchen sie auch, um die Kerosinkostensteigerung umzusetzen.“

Finanzvorstand Till Streichert ergänzte, die Nachfrage sei derzeit aber trotz der Erhöhungen robust. Die Netzwerkairlines hätten deshalb im dritten Quartal 85 Prozent des Kostenanstiegs beim Treibstoff über die Preise auf die Kunden abwälzen können, die Lufthansa-Tochter Eurowings sogar vollständig.

Ryanair-Chef Michael O’Leary hatte zuletzt erklärt, die Airline müsste ihre Preise eigentlich um 20 Prozent erhöhen, um den Kostenanstieg aufzufangen. Dieses Ausmaß lasse sich am Markt wahrscheinlich aber nicht durchsetzen.

Lufthansa: Gewinnziel für 2026 erneut gesenkt

Das teure Kerosin zehrt trotz eines lukrativen Sommers stark an den Gewinnplänen der deutschen AUA-Muttergesellschaft Lufthansa. Während die Airline im dritten Quartal mehr verdiente als ein Jahr zuvor, dämpfte der Vorstand um Lufthansa-Chef Spohr seine Gewinnprognose für 2026 erneut. So soll das um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (EBIT) statt 1,7 bis 2,2 Milliarden nur noch 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro erreichen.

Bereits im August hatte Spohr sein Gewinnziel gekappt. Nun scheint ein Rückgang im Vergleich zu den knapp 2 Milliarden Euro von 2025 nahezu ausgemacht.

Treibstoffkosten, Nachfrage und Cargo-Geschäft entscheidend

„Wo wir innerhalb der Bandbreite landen, wird neben Treibstoffkosten und Nachfrage insbesondere von der Ergebnisentwicklung bei Lufthansa Cargo im vierten Quartal abhängen“, sagte Finanzvorstand Streichert. Er zeigte sich „zuversichtlich, im Einklang mit der Kapitalmarkterwartung diese Bandbreite zu erreichen“. Analysten hatten jedoch zuletzt im Schnitt einen bereinigten operativen Gewinn von lediglich gut 1,7 Milliarden Euro erwartet. Damit lagen sie bereits am unteren Ende der Zielspanne.

  „Überwachungsrisiko“: Kommt ein US-Verbot für Autos aus China?

Grund der Prognosesenkung sind vor allem die extrem gestiegenen Kerosinpreise. Im wichtigen Sommerquartal von Juli bis September gab die Lufthansa über eine halbe Milliarde Euro mehr für Treibstoff aus als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet Spohr jetzt mit Kerosinkosten von 9,3 Milliarden Euro – um 2 Milliarden mehr als im Vorjahr und um 600 Millionen mehr als noch Anfang August angekündigt.

Milliardengewinn im Sommerquartal

Dennoch verdiente die Lufthansa im Sommer mehr als gedacht. Weil der Konzern die Ticketpreise merklich erhöht hatte und das Geschäft mit Wartung und Fracht brummte, standen unter dem Strich mit knapp 1,3 Milliarden Euro Gewinn um 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dazu trugen auch Sondereffekte bei.

Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro und lag damit so hoch wie noch in keinem Quartal der Konzerngeschichte. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) wuchs um 6 Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.