Wie Russland bei der Wahl des neuen FIS-Präsidenten mitgemischt hat

Sport

Obwohl Daniil Medwedew und sein russischer Landsmann Karen Chatschanow gegen Publikumsliebling Carlos Alcaraz spielten (und verloren), wurden sie in Wien nicht ausgebuht. Auch beim Linzer Ladies-Open mussten sich Russinnen nie unerwünscht vorkommen.

Konträr dazu die Eiszeit im Eishockey: Mit Empörung wird in Skandinavien und im WM-Veranstalterland Deutschland auf das Urteil des internationalen Sportgerichts reagiert, das grünes Licht für ein WM-Comeback Russlands erteilte. Die Deutschen drohen mit Rückgabe der WM. Die Finnen haben sich schon endgültig festgelegt: Sie lassen ihr Team daheim, sollte das Ja zu Russland nicht zurückgenommen werden.

Von den Mitgliedsländern des (finanziell starken) Biathlonverbandes wurde kürzlich ausnahmslos gegen eine Starterlaubnis für Russen gestimmt. Während die FIS ungeachtet der Ukraine-Tragödie russische Skisportler (unter neutraler Flagge) wieder starten lässt.

Genüsslich könnte Kriegstreiber Wladimir Putin diesen Slalom als Uneinigkeit des Westens interpretieren. Letztlich aber gleicht der Sport einem trüben Spiegelblick der dramatischen politischen Lage, in der sich moralische Ansprüche kaum noch mit den Realitäten vereinbaren lassen und oft (auch aus Vorsicht) geschwiegen wird. So ist kaum bekannt,

… dass der neue Hoffnungsträger der FIS, der Liechtensteiner Anwalt Alexander Ospelt, seinen 65:64-Wahlsieg den drei Stimmen des russischen Verbandes verdankt, womit eine Fortsetzung der vom finanziellen FIS-Niedergang begleiteten Präsidentenära des selbstherrlichen Milliardärs Johan Eliasch verhindert wurde;

… und dass 20 russische Langläufer zuletzt drei Wochen in Ramsau trainierten. Gleichsam vor der Haustür von Wolfgang Mitter. Jenes Steirers, der sein Amt als russischer Alpinkoordinator nach dem Überfall auf die Ukraine beendet hatte.

Anders als im Langlauf wird es für russische Alpine etliche Winter dauern, ehe speziell Abfahrer im Weltcup mitmischen – so wie das Ende ’70 und um die ersten 80er der Fall war, als …

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… Putins späterer Freund und Minister Leonid Tiagatschew sehr erfolgreich die UdSSR-Speedpiloten coachte;

… und der Daviscupper Alexander Zverev dankbar war, weil ihm Ivan Lendls Kneissl-Manager Kurt Matz in Kufstein fünf Schläger schenkte.

Aktuell ist Zverev Junior, als 1997 in Hamburg geborener Sohn russischer Eltern, Deutschlands Tennisstolz und die Nummer 1 der Welt.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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