KI-Aktien mit Verlusten: „Wir sind jetzt mitten in der Korrektur“

Wirtschaft

Technologiewerte mussten in den vergangenen Tagen an den Börsen kräftig Federn lassen. Besonders Papiere aus der Chipbranche, die stark vom Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) profitiert haben, brachen ein. Sie erholten sich zwar am Freitag leicht, unterm Strich blieben zu Wochenschluss aber deutliche Kursrückgänge, teils im zweistelligen Prozentbereich. 

Nach dem Sieg der US-Demokraten bei den Zwischenwahlen befürchten viele Anleger, dass KI in den USA stärker reguliert und der Bau von Rechenzentren deutlich eingebremst werden könnte. 

Rechenzentren im Fokus

Rechenzentren seien ein zentrales Thema im US-Wahlkampf gewesen, sagt die Börsenexpertin Monika Rosen von e-fundresearch. In US-Bundesstaaten wie Texas, Ohio oder Georgia, wo ein Drittel der Kapazitäten hochgefahren werden soll, dürfte der Ausbau nach dem demokratischen Wahlsieg auf Widerstand stoßen. Einen Kursrutsch bei Technologieaktien habe sich bereits davor abgezeichnet, meint Rosen: „Jetzt ist auch mit politischem Widerstand zu rechnen.“

Vor allem Chipaktien haben sich schon seit einigen Wochen von ihren Höchstständen entfernt, sagt Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity International. Die hohen Investitionssummen im Technologiesektor haben die Frage aufgeworfen, ob man überhaupt so viele Kapazitäten brauche. In den Ausbau sei nicht nur das Geld aus Aktienemissionen, sondern auch viel Fremdkapital geflossen. Zweifel an den hohen Investitionen habe es zuletzt vermehrt gegeben. Durch den Ausgang der US-Wahl seien sie befeuert worden, sagt Roemheld: „Wir sind jetzt mitten in einer Korrektur.“

Wie nachhaltig wird die Korrektur sein? 

Das sei schwer zu sagen, meint Roemheld. Auch weil kaum abschätzbar sei, welche Kapazitäten am Ende tatsächlich benötigt werden. Wer viel mit Fremdkapital finanziert habe, werde bei den aktuell steigenden Zinsen mit Sicherheit auch größere Schwierigkeiten haben als die etablierten Player, die bereits über Kapazitäten verfügen. Der Schaum, der sich auf dem ganzen Segment gebildet habe, werde abgetragen, sagt Roemheld: „Das wird zu einem realistischeren Blick auf künstliche Intelligenz führen.“

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Roemheld geht davon aus, dass viele Anleger ihre Positionen überdenken und die Volatilität und die Verkaufsneigung in der nächsten zwei bis drei Wochen anhalten wird. In den vergangenen Jahren habe es an den globalen Aktienmärkten einen unglaublichen Aufschwung gegeben. Nach den hohen Gewinnen gebe es jetzt überfällige, aber schmerzhafte Korrekturbewegungen.

Spannend werde sein, ob sich die Korrektur auf KI und Technologie beschränke, oder ob sie auch auf andere Branchen übergreife und den ganzen Markt nach unten ziehe, meint Börsenexpertin Rosen. 

Lichtblicke

Es gibt aber auch Lichtblicke am Horizont. Durch den Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen sei auch der Druck gestiegen, den Iran-Krieg zu beenden, sagt Rosen: „Das könnte ein positiver Katalysator werden.“

Dazu komme, dass eine gebremste Expansion bei Künstlicher Intelligenz auch positive Aspekte für die Zins- und Inflationsentwicklung zeitigen könne, meint Roemfeld. Der Preisdruck habe sich zuletzt deutlich erhöht. Gehe er zurück, könne sich auch das Marktumfeld deutlich verbessern. Wenn dann auch andere Bereiche wie Künstliche Intelligenz in den Blick geraten und sich die Marktsituation verbreitert, sei das auch insgesamt gesünder.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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