9 Plätze – 9 „Hehes“: Bitte einen Toni Polster für jede Live-Show

Kultur

Disclaimer: Das TV-Tagebuch ist eine streng subjektive Zusammenfassung des TV-Abends.

Zugegeben, der Autor dieser Zeilen ist neu in der „9 Plätze – 9 Schätze“-Community. Man darf ja annehmen, dass es so etwas gibt – 13 Mal schon hat der ORF den „schönsten Ort Österreichs“ gekürt. Ein Millionenpublikum hat dabei immer zugesehen. Am Montagabend waren’s durchschnittlich 965.000 Menschen.  

Für alle, die noch nicht so vertraut mit der „Community“ sind, die Moderatorin Barbara Karlich immer wieder beschwor: Das Prinzip von „9 Plätze – 9 Schätze“ ist simpel. Neun „BundeslandmoderatorInnen“ aus den Landesstudios reisen für diesen einen Abend auf den Küniglberg, um einen besonders schönen Ort aus ihrem Heimat-Bundesland vorzustellen. Eine Jury und das Publikum küren später den „schönsten Ort Österreichs“.

Das ist hervorragende Abendunterhaltung, „9 Plätze – 9 Schätze“ ist eine moderne Mischung aus „Ins Land einischauen“ (Wer erinnert sich noch an Sepp Forcher?) und Länderduell – und damit wohl die ORFigste Version eines TV-Hauptabends (auch wenn das Format ursprünglich aus Frankreich kommt. Bei „Le Village préféré des Français“, wählen die Franzosen jährlich ihr beliebtestes Dorf).

Welche Strahlkraft die Sendung über die terrestrische hinaus hat, zeigen aber auch die Besucheranstürme, die dem Gewinner dieser Sendung alljährlich widerfahren. Optimal also für Touristiker, problematisch mitunter für die Naturjuwele, wie dem „Grünen See“ in der Steiermark.

Der diesjährige Gewinner, das entlegene Tilisuna-Gebiet in Vorarlberg, schon an der Grenze zur Schweiz, dürfte da einen kleinen Lage-Vorteil haben. Die wunderschöne Hütte ist erst und ausschließlich nach dreistündiger Wanderung zu erreichen.

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Aber zurück zur Sendung: Einen Extraschuss Lokalkolorit gab’s am Montagabend auch noch von den prominenten Bundesländerpaten. Gery Seidl erzählte herzhaft über die Rax-Bahn, auf der er trotz ehrlicher Begeisterung noch nie gewesen war, Max Stiegl präsentierte die Brücke von Andau, die streng genommen nicht einmal im Burgenland, sondern eigentlich ja in Ungarn steht, Anna Buchegger bejodelte die Friedenskirche am Hochgründeck.

Und dann noch Toni Polster.

Toni Polster präsentierte den Türkenschanzpark als – diskutabel – besonderes Juwel Wiens. Das tat er souverän. Aus ORF-Sicht ist Polster, lange Zeit der erfolgreichste Torschütze des Nationalteams, ja inzwischen „der fußballspielende Tänzer oder der tanzende Fußballspieler“, so jedenfalls stellte ihn Barbara Karlich vor.

„Der Türkenschanzpark – ist ein Juwel mitten in Wien“, sagte Polster also mit der Erfahrung von mehr als 40 Jahren Fußballerinterviews + Dancing Stars-Teilnahme. Das war’s dann aber auch schon mit den Lobpreisungen. „Ich hoffe, dass niemand nach Hause geht, wenn er den Beitrag jetzt sieht. Bleibt’s da“, meinte Polster.

Auftritt vorbei, abgehakt. Eigentlich. Die Regie vergaß dann aber, Polster das Mikrofon abzuschalten. Und so sollten sein bester Auftritt dann erst noch kommen. Als deftiges und deutlich hörbares „haha“, und „hehe“ bei jedem kleinen Witz, der folgen sollte.  

Die Kinder von Benjamin Raich treten nicht in seine „Skischuhe“. Die sind ihnen zu groß? Hehe.

Gerry Seidl findet den Türkenschanzpark nicht so prickelnd? Hehe.

Mit Polster konnte man am Montag also immer zweimal schmunzeln.

Ein Fettnäpfchen gab’s dann aber doch: Ein Einspieler für Anna Buchegger zeigte die Sängerin im Starmania-Finale mit ihrem damaligen Konkurrenten Fred Owusu auf der Bühne. Toni Polsters Kommentar kann man ihm auch weniger wohlwollend auslegen. Seine Nachfrage, ob …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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