Vorhang auf für Architektinnen: Preis würdigt Planerinnen

Wirtschaft

Obwohl an den Unis die Mehrheit der Studierenden meist weiblich ist, schlägt sich dies in der Praxis – vor allem bei Büroinhaberschaften oder eingetragenen Ziviltechnikerinnen – noch kaum nieder. Es gibt Initiativen, die gezielt versuchen, die männliche Dominanz in Architektur, Zivilingenieurwesen und Stadtplanung aufzubrechen. Eine davon ist der anotHERVIEWture Award, der von der Bundeskammer der Architekten biennal vergeben wird und mit je 5.000 Euro dotiert ist. 

Mit über 120 Frauen aus mehr als 20 Ländern gab es in diesem Jahr mehr Einreichungen denn je. Der Preis wird an Frauen verliehen, die besondere Leistungen für die Baukultur in den Bereichen Architektur und Ingenieurwesen erbracht haben. Er wird in vier Kategorien vergeben.

Kategorie „Female Architect of the Year“: Als österreichische Architektin des Jahres wurde Anja Innauer ausgezeichnet. Die Jury würdigt insbesondere ihre Haltung in Bezug auf das Badehaus des Hotel Hirschen, denn der Neubau ergänzt das historische Ensemble des Hauses in zurückhaltender und doch besonderer Weise. „Eine zeitgemäße, eigenständige Architektur, die respektvoll mit dem Bestehenden umgeht und daraus neue Perspektiven entwickelt. Anja Innauer steht damit exemplarisch für eine Baukultur, die Verantwortung übernimmt, ohne auf architektonische Präzision und Ausdruckskraft zu verzichten.“

In der Kategorie der „österreichischen Architektinnen unter 40“ wurde Nina Beck ausgezeichnet. Das Wirtschafts- und Wohngebäude im Bregenzerwald wird behutsam saniert. „Die Arbeit von Nina Beck zeigt herausragend, wie zirkuläres Denken nicht nur über Konstruktion, sondern auch über die Nutzung gedacht werden kann, um Bestand zu erhalten und Community zu fördern. Am Anfang steht bei ihr immer eine Frage, die nicht mit determinierten Antworten, sondern mit einem Dialog beantwortet wird.“

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Als ingenieurtechnische Leistung des Jahres ausgezeichnet wurde die kroatische Tragwerksplanerin Vlatka Rajčić mit einer konstruktiven Erneuerung der historischen Kuppel und des Ringgewölbes des 1938 errichteten Hauses der kroatischen bildenden Künstler in Zagreb.

Als Architektin des Jahres wurde die Spanierin Elisan Valero ausgezeichnet: Wenn das Licht durch das Säbelzahndach der neu gebauten weißen Kirche in Granada fällt, wird der Raum in bunte Farben getaucht. Dafür sorgen Lamellen aus dichroitischem Glas.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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