
„Wir müssen schließen“, sagt Eigentümer Christian Gries. Seit 17 Jahren ist die Wohnaccessoire-Kette Depot in Österreich vertreten, 50 Filialen zwischen Wien und Vorarlberg hatte sie in ihren besten Zeiten. Nach der Insolvenz der Handelskette in Deutschland – dort sind mittlerweile alle Geschäfte geschlossen – folgt nun auch in Österreich das Aus für die Filialen.
Am Dienstag, 27. Oktober 2026, um 12 Uhr, versammelt Depot-Eigentümer Christian Gries alle Mitarbeiter via Teams-Call, um ihnen den finalen Schritt und das Ende der Handelskette mitzuteilen. Per Ende Jänner werden in der Folge alle Verträge aufgelöst – die Dienstverhältnisse und Mietverträge enden, alle verbleibenden 24 Depot-Filialen in Österreich werden geschlossen.
Wichtig ist ihm: „Es soll ein fairer Ausstieg für alle Beteiligten sein: Wir zahlen alle Gehälter bis zum 31.1.2027, wir wollen die Mietverträge einvernehmlich kündigen und die Geschäfte geordnet schließen. Ich möchte keinen Schaden hinterlassen.“
Das Aus der Depot-Kette in Österreich trifft 140 Mitarbeiter, die damit ihre Jobs verlieren.
Die letzte Bilanz für die „Gries Deco Austria GmbH“ ist im Firmenbuch für 2024 hinterlegt. Dort sind noch rund 1,77 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen.
Ein letzter Ausverkauf
„Ich wollte mit ca. 30 Filialen in Deutschland und 25 Filialen in Österreich weitermachen“, erklärt Christian Gries im Gespräch mit dem KURIER, „aber das geht in Deutschland aus rechtlichen Gründen nicht“. Die Insolvenz in Deutschland und das Aus in Österreich (hier ist es keine Insolvenz) seien ein klarer Schnitt, der notwendig ist, um einen sauberen Neustart „eventuell irgendwann in der Zukunft“ zu schaffen. Würde er jetzt weitermachen, könnten Mitarbeiter in Deutschland die Kündigungen einklagen, das könnte er sich als Unternehmer nicht leisten.
Ab sofort startet Depot mit einem Abverkauf der gesamten Ware. „Minus 30 Prozent auf alles, da sind brutale Schnäppchen dabei“, sagt Gries. Er hätte viel neue Ware für das Weihnachtsgeschäft eingekauft, jetzt müsse alles raus. Für den Ausverkauf und die Ware, die er um einige Millionen Euro eingekauft hat, wollte er vor Weihnachten zusätzliche Läden anmieten „aber wir finden keine Menschen, die drin stehen und verkaufen“, sagt er.
Diskonter, Onlinehandel, China, Zölle
Die Gründe für die Schließung in Österreich bzw. die Insolvenz in Deutschland, hat er für sich nüchtern analysiert. „Wir waren zu träge und nicht spannend genug. Wir spüren außerdem die Diskontketten, die sind extrem stark geworden“, sagt er. In viele Innenstadtläden, aus denen er auszog, sind jetzt Diskonter eingemietet.
Zudem hätten die Zölle auf Importe aus Asien sein Geschäft hart getroffen. „Auf Keramik hat die EU einen 100-%- Strafzoll aufgeschlagen. Da geht der Kunde preislich nicht mehr mit. Ebenso gibt es Zölle auf Kerzen. Ein Supergau für uns.“ Und Gries weiter: „Temu und diverse Bestellplattformen haben da einen Vorteil, da gibt es keinen Zoll, wenn der Bestellwert unter einer gewisse Höhe liegt.“
Es sei insgesamt ein brutaler Preiskampf, „jeder will ein Schnäppchen machen, das macht es extrem schwierig, am Markt zu bestehen.“ Zudem seien die Gehälter brachial angestiegen, die Umsätze aber nicht. Und die Margen sinken aufgrund der Zölle.
Ob es Depot je wieder geben könnte?
„Vorerst geht es nicht weiter“, sagt Gries. Der Markenname Depot gehöre ihm, er werde aktuell nur im Großhandel weitermachen, damit die Marke …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



