Lukas Resetarits: Der große Satiriker ist müde

Kultur

„Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“ – mit dieser Melodie stieg Lukas Resetarits in sein aktuelles Programm „Glück“ ein. Nun hat der Kabarettist etwas bekannt gegeben, das auch nicht mehr zu ändern ist: Resetarits hat am Mittwoch das Ende seiner Bühnenkarriere beschlossen. Mit 79 Jahren ist ihm das Bühnenleben zu strapaziös geworden. „Nach 30 Solokabarettprogrammen […] wurden die Bühnenauftritte für Lukas Resetarits körperlich immer fordernder und der Stresslevel immer höher“, teilte sein Management mit. Der Rückzug erfolgt sofort, das heißt die in den kommenden Wochen angesetzten Termine im Stadtsaal Wien werden bereits nicht mehr stattfinden.

Stinatz und Favoriten

„Glück“ hatte im Vorjahr bereits aus gesundheitlichen Gründen drei Anläufe gebraucht, bis die Premiere stattfinden konnte. „Er ist müde“, erklärte Manager Wolfgang Preissl dem KURIER. Das kann Resetarits nach einem Berufsleben, das nicht nur die Satireszene dieses Landes mitgeformt hat, getrost sein. Resetarits wurde am 14. Oktober 1947 in Stinatz als Erich Lukas Resetarits in eine Familie aus der kroatischen Gemeinde im Südburgenland geboren. Als diese nach Wien übersiedelte, war er erst vier Jahre alt – und sprach nach eigenen Angaben damals kaum Deutsch. Erlebnisse aus seiner Kindheit in Favoriten und Floridsdorf, damals typische Arbeitergegenden, landeten immer gerne in seinen Programmen.

Bauhilfsarbeiter, Rocksänger und Flugzeugabfertiger am Flughafen Schwechat waren Karrierestationen, bevor sich Resetarits dem Kabarett zuwandte. Sein erstes Programm als Solokabarettist präsentierte er 1977 im Wiener Konzerthauskeller, es hieß „Rechts Mitte Links“. Er traf den Nerv der Zeit, das Publikum fand gerade Gefallen an gesellschaftskritischem Kabarett. Davon profitierte neben Resetarits eine ganze Kleinkünstler-Generation.

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Zeitgemäße Relevanz

Als „Revolutionär des österreichischen Kabaretts“, der dieser Bühnenform schon in den 80er-Jahren eine „neue zeitgemäße Struktur und Relevanz“ gegeben habe, wurde Resetarits 1999 mit dem Deutschen Kabarettpreis ausgezeichnet. Prägend war Resetarits aber nicht zuletzt auch für die Vorstellung, die Österreich von inkompetenten Polizisten hatte – unvergessen sein Inspektor, den’s nicht gibt, in „Kottan ermittelt“.

Eine Zeit lang stand Resetarits jährlich mit einem neuen Programm auf der Bühne. „Glück“ war sein 30. – und wird sein letztes bleiben.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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