
Der aus Kurdistan stammende und seit 1991 in Wien lebende Theatermacher Shamal Amin, Mitbegründer des 2022 mit dem Österreichischen Kunstpreis in der Sparte Kulturinitiativen gewürdigten Wiener Lalish Theaterlabors, ist am Mittwoch im Alter von 62 Jahren verstorben. Das gab die Brunnenpassage namens der Familie gegenüber der APA bekannt.
Shamal Amin wurde am 15. März 1964 in Soleymania in Südkurdistan (Irak) geboren. Er und seine Frau Nigar Hasib studierten an der Theaterakademie in Bagdad und emigrierten 1991 aus politischen Gründen nach Wien, wo Amin Theaterwissenschaft sowie Sozial- und Kulturanthropologie studierte. Seine bei der Universität Wien eingereichte Diplomarbeit trug den Titel „Der performative Kreis“. 1998 gründete das Paar das „Lalish Theaterlabor“ (vom alten, kurdischen Wort Lalish, das Licht und Leben bedeutet) als experimentelles Zentrum für Ritualforschung und interkulturelle Performance – eine „in dieser Form in Österreich einzigartigen Institution“, wie es in der Begründung für die Zuerkennung des Kunstpreises hieß: „Künstler:innen mit diversen biografischen Kontexten reflektieren in ihren Ausdrucksformen durch Unterschiedlichkeit geprägte Lebensrealitäten – bei den Besucher:innen sowie auch den Teilnehmenden selbst.“
Brückenbauer
„Mit Shamal Amin verliert die Theaterwelt einen unermüdlichen Forscher, mutigen Pionier und Brückenbauer zwischen den Kulturen, dessen künstlerisches Erbe und wegweisende Impulse weit über die Grenzen Wiens hinaus nachwirken werden“, hieß es in seinem Nachruf.
Source:: Kurier.at – Kultur



