
Brasilien wählt am Sonntag vor dem Hintergrund politischer Polarisierung und anhaltender Gewaltkriminalität einen neuen Präsidenten. Rund 159 Millionen Wahlberechtigte sind seit der Früh (Ortszeit) dazu aufgerufen, die politische Zukunft des größten Landes Lateinamerikas zu bestimmen. Der linke Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und der rechte Senator Flávio Bolsonaro, Sohn des unter Hausarrest stehenden Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, liegen in Umfragen eng beieinander.
Beide erreichen dabei aber nicht die für einen Sieg im ersten Wahlgang nötige absolute Mehrheit, womit vieles auf eine Stichwahl zwischen den beiden am 25. Oktober hindeutet. Flávio Bolsonaro von der rechten Liberalen Partei (PL) tritt für einen Abbau staatlicher Leistungen und ein härteres Vorgehen gegen Kriminalität ein. Lula von der linken Arbeiterpartei (PT) steht für die Fortsetzung seines Regierungskurses mit Sozialprogrammen, öffentlichen Investitionen und einer stärkeren Rolle des Staates.
Lula, der seit 2023 wieder Präsident ist, bewirbt sich um eine vierte Amtszeit. Der 80-Jährige war bereits von 2003 bis 2010 Staatschef. Flávio Bolsonaro sitzt seit 2019 im Senat und tritt erstmals für das Präsidentenamt an. Sein Vater wurde vom Obersten Gericht wegen eines Umsturzversuchs zu mehr als 27 Jahren verurteilt und sitzt derzeit aus gesundheitlichen Gründen im Hausarrest.
Restliche zehn Kandidaten chancenlos
Insgesamt treten zwölf Kandidaten zur Präsidentenwahl an. Die übrigen zehn Bewerber liegen in den Umfragen jedoch deutlich hinter den beiden führenden Kandidaten. Gewählt werden neben dem Präsidenten und Vizepräsidenten auch zwei Drittel der 81 Sitze im Senat sowie alle 513 Abgeordneten der Abgeordnetenkammer. Zudem werden die Gouverneure der 26 Bundesstaaten und des Bundesdistrikts sowie die Abgeordneten der Landesparlamente gewählt. Erste vorläufige Ergebnisse werden in der Nacht zu Montag (MESZ) erwartet.
Source:: Kurier.at – Politik



