
Thomas Stipsits hat in seinen „Stinatz“-Krimis wohl leichtes Spiel. Denn jene drei Damen von der „Kopftuchmafia“, die da am Bankerl sitzen, gescheite Dinge sagen und bei den Ermittlungen helfen, sind auch ganz ohne Drehbuch schon derart unterhaltsam, dass man wohl nur mit der Kamera draufhalten muss.
Diesen Eindruck jedenfalls hinterlassen die Drei im KURIER-Gespräch mit Erika Deutinger, Erika Mottl und Linde Prelog, die in den „Stinatz“-Krimis von Stipsits begeistern. Längst werden die drei Schauspielerinnen auf ihre Rollen angesprochen – im Supermarkt, oder, wie Prelog einwirft, sogar in der Apotheke. „Wir kriegen schon mit, dass die Menschen diese drei am Bankerl lieben“, sagt Deutinger. „Wir haben nie negative Meldungen. Aber die habe ich noch nie gehabt“, sagt sie. Auch nicht beim „Echten Wiener“, wo sie die Hanni spielte? „Na, da war schon ein bisserl Aufregung“, grinst sie.
Die Idee, „drei alte Weiber – seien wir uns ehrlich! – auf das Bankerl zu setzen und die tratschen zu lassen, das war eine Bombenidee“, sagt Mottl. Prelog und Deutinger stimmen zu. Letztere sagt mit einem Lachen: „Wir warten auf unser Spin-off!“ (Gute Idee!, Anm.)
Das Warten auf den nächsten „Stinatz“-Krimi hat jedenfalls in absehbarer Zeit ein Ende: Gibt es bald einen weiteren, weiß man das schon? „Jetzt wissen wir es schon!“, freut sich Mottl. „Und wer hat’s als erste gewusst?“, fragt Prelog. „Na, natürlich ich!“, so Deutinger mit einem Lachen. „Sie hat immer die Nase vorn!“, sagt Prelog.
Fortsetzung folgt
Und wann also wird gedreht? „Jänner und Februar, das ,Allerheiligenfiasko’. Und der Thomas schreibt schon am übernächsten“, sagt Deutinger. „Hoffentlich hat er die Zeit!“, ruft Mottl. „Das sollte ja schon längst heraußen sein“, fängt Deutinger an, und Mottl beendet: „Aber der Thomas muss jetzt so viel anderes machen.“
Vielleicht war es dann gut, dass Stipsits heuer nicht für die KURIER ROMY nominiert ist, damit er die Zeit hat zu schreiben? „Ja“, lacht Deutinger. „Er hat eh schon drei!“
Wann „Allerheiligenfiasko“ dann im Fernsehen zu sein wird, da sind sich die drei einig: Es liegt ja da ein Datum nahe, sagt Deutinger.
Solche tollen Rollen für Frauen jenseits der 50 sind immer noch leider selten, oder? Alle stimmen zu. „Aber es spielt eben in Stinatz, und dort wird am Bankerl gesessen“, sagt Prelog. „Es ist sehr realistisch!“ Trotzdem gab es eine zeitlang einen Jugendwahn im Fernsehen, der das verunmöglicht hätte. „Ja“, rufen alle drei.
Alle drei Schauspielerinnen können besondere Karrieren vorweisen: Deutinger hat neben dem „Echten Wiener“ u. a. auch beim „Kaisermühlen Blues“ mitgespielt. Mottl war fast vier Jahrzehnte am Volkstheater engagiert und gehörte zu den ersten „Musicbox“-Sprechern auf Ö3.
Prelog war u. a. in der „Alpensaga“, „Indien“ oder ebenfalls im „Kaisermühlen Blues“ zu sehen. Erst jüngst wurde sie für die dramatische Nebenrolle im Landkrimi „Bis in die Seele ist mir kalt“ mit dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet und veröffentlichte das Kinderbuch „Sibi Siebengscheit und Ari Angeber“.
Wie hat das mit den „Stinatz“-Krimis angefangen hat? Beim ersten Casting haben die drei eine Szene gespielt – „und dann sind wir wieder gegangen“, erzählt Mottl. „Ich habe das Büro nicht gefunden! Ich bin in die falsche Richtung gegangen“, …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



