
Während die Preise für Treibstoff und Gas durch den Iran-Krieg stark angestiegen sind, spüren Haushalte derzeit noch kaum Erhöhungen bei Strom. Im Gegenteil, im Schnitt zahlen Österreicher laut Energieagentur zehn Prozent weniger für Strom als noch vor einem Jahr. Im Großhandel sieht es aber ganz anders aus. Der heimische Strompreisindex ist derzeit im Jahresvergleich um 27,4 Prozent höher. Zu Jahresbeginn haben mehrere große Energieversorger noch ihre Tarife gesenkt, nun steigen sie für Neukunden wieder.
Gaspreis bestimmt weiterhin oft den Strompreis
Der Gaspreis ist hier die Triebfeder. Aufgrund des Merit-Order-Mechanismus sind teure Gaskraftwerke meist preisbestimmend. Dazu kommt, dass die Erzeugung erneuerbarer Energie etwas nachgelassen hat. Die für Österreich sehr wichtige Wasserkraft leidet unter der Trockenheit. Die große Sommerhitze ließ die Effizienz von Photovoltaikanlagen sinken.
Wird Erneuerbaren-Anteil wieder sinken?
2024 jubelte die heimische Energiebranche noch darüber, dass 94 Prozent des Inlandsverbrauchs bei Strom durch Wasser-, Wind-, Solar- und Biokraft abgedeckt wurden. 2025 lag der Wert nur noch bei 78 Prozent. Welcher Wert 2026 erreicht wird, wagt die E-Control nicht zu prognostizieren.
Dass der Anteil der Erneuerbaren weiter abnimmt, sei nicht gewiss, sagt E-Control-Vorstand Alfons Haber. „Wenn die Photovoltaik-Erträge im Herbst so stark sind wie im März und April, dann haben wir in diesem Bereich wieder eine Steigerung.“ Im Juni und Juli seien die Erträge aus Windkraft ungewöhnlich stark gewesen.
Man spürt, was Volatilität bedeutet
Man spürt also derzeit sehr, wie volatil die Erneuerbaren sein können. Dass sie der Schlüssel zu langfristig günstigen Strompreisen sind, ist unumstritten. Es ist aber auch klar, dass Netzausbau und der massive Ausbau von Speichern notwendig sind, um den Einsatz von Gaskraftwerken zu reduzieren. Der Netzausbau geht nur schleppend voran. Beim Speicherausbau wartet momentan alles gespannt auf die neue Systemnutzungsentgelt-Grundsatzverordnung, die möglicherweise schon in wenigen Tagen präsentiert wird.
E-Control: Erneuerbaren-Ausbau-Ziele sind erreichbar
Die Ziele beim Erneuerbaren-Ausbau kann Österreich durchaus erreichen, ist die Regulierungsbehörde überzeugt. „Windkraft ist deutlich unterausgebaut, aber Photovoltaik kompensiert das“, sagt Daniel Hantigk von der E-Control. Bei der Windkraft werde es laut Haber in den kommenden zwei Jahren deutliche Steigerungen geben.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



