Andreas Bierwirth wird neuer CEO der Casinos Austria

Wirtschaft

Knalleffekt bei den teilstaatlichen Casinos Austria. Mitten in der heikelsten Phase in der Geschichte des heimischen Glücksspielkonzerns  wird der CEO gewechselt. Wie man aus Aufsichtskreisen hört, soll der Vertrag des Niederländers Erwin van Lambaart, 63, der noch bis März 2027 läuft, nicht mehr verlängert werden. 

Nachfolger wird der ehemalige Lufthansa-, AUA- und Magenta-Manager sowie Kurzzeit-Vorstand der Erste Bank, Andreas Bierwirth. Der 55-Jährige Top-Manager und vierfache Vater ist seit Oktober 2025 als Chief Transformation Officer (CTO) im dreiköpfigen Vorstand der Casinos-Gruppe (Casag) und Aufsichtsratsvorsitzender von DO&CO sowie Mitglied des Boards der Finnair. Er war auch lange im Board von Easy Jet.

Warum die Eigentümer, die tschechische Allwyn-Gruppe und die Staatsholding ÖBAG, bis zum CEO-Wechsel eine derart lange Übergangsfrist belassen, ist nicht ganz klar. Mit dem Bekanntwerden seiner Nicht-Verlängerung gilt van Lambaart im Unternehmen und auch nach außen hin als „lame druck“, die nicht mehr viel zu sagen hat.    

Wie man hört, soll vor allem der Mehrheitseigentümer Allwyn mit der Performance von van Lambaart, der intern wegen häufiger Abwesenheiten den Spitznamen  „fliegender Holländer“ verpasst bekommen hat, nicht zufrieden sein. Ihm wird vorgeworfen, in der heimischen Politik zu wenig vernetzt zu sein. Die beinhart agierenden Tschechen hätten, hört man, außerdem mehr Dynamik und Entscheidungsfreude erwartet. Van Lambaart wurde 2022 zum CEO bestellt, er war zuvor Chef der staatlichen Holland Casinos.

Casinos-Aufsichtsratspräsident Robert Zadrazil teilte am Montag nach Recherchen des KURIER mit, Lambaart habe das Gremium bereits im September darüber informiert, dass er für eine Vertragsverlängerung nicht zur Verfügung stehe. Für den Übergang sei mit den Hauptaktionären Allwyn und ÖBAG „ein professioneller Prozess aufgesetzt“ worden. Am kommenden Mittwoch würden die zuständigen Gremien die notwendigen Schritte einleiten.

  Betrugsfälle: EU ermittelt gegen Booking.com

Die Casinos stehen am Vorabend der neuen Lizenz-Vergaben, von denen die weitere Zukunft des Unternehmens abhängen wird. Der jahrzehntelange Monopolist hatte noch nie so viel privaten Gegenwind wie jetzt, noch nie waren die Herausforderungen so groß.  Vor allem um die Cashcow Lotterien wollen internationale Branchen-Giganten ins Rennen gehen, etwa Brightstar und Francaise des Jeux. 

Die Stimmung im Casag-Konzern war jedenfalls noch nie so schlecht wie derzeit, hört man aus Mitarbeiterkreisen. Van Lambaart, Bierwirth und der dritte Vorstand, Finanzchef Martin Skopec, seien kein sehr harmonisches Team, heißt es. Für den CEO hat die ÖBAG das Nominierungsrecht, aber de facto entscheidet der Mehrheitseigentümer Allwyn, der zum Mischkonzern des Milliardärs Karel Komarek gehört. Bierwirth gilt als Kandidat der Tschechen. 

Dieser Artikel wurde erstmals am 19. Oktober 2026 veröffentlicht.
 

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.