Klima-Fördertöpfe aufgefüllt: Ab November kann angesucht werden

Politik

Die Regierung hat doch noch 500 Millionen Euro trotz EU-Defizitverfahrens im Budget locker machen können, um die Fördertöpfe für Klimaschutz daheim wieder zu füllen. Idee dahinter ist nicht nur, die heimische Wirtschaft und KMU zu unterstützen, indem deren Auftragsbücher wieder voller werden können, sondern auch eine Klimaschutzmaßnahme, um die fossile Abhängigkeit weiter zu reduzieren.

Gefördert werten etwa beim Heizkesseltausch Wärmepumpen mit 5.000 Euro, Hackschnitzelheizungen mit 6.000 Euro, oder bei der Sanierung der Fenstertausch mit 4.000 Euro Förderpauschale. Bereits am 2.November 2026 soll die Förderaktion für den Kesseltausch in Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäusern wieder geöffnet werden. Die neue Sanierungsoffensive soll am 4. Jänner 2027 starten. 

Klimaminister Norbert Totschnig will erreichen, dass mit geringerer Förderung insgesamt mehr fossile Kessel getauscht werden. Sein Ziel sind 30.000 Stück pro Jahr. Damit bleibt Österreich allerdings noch immer deutlich hinter seinen Klimaambitionen zurück.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer rechnet damit, dass die 500 Millionen Fördergelder zu 2,1 Milliarden Euro an Wertschöpfung führen werden, die zudem zu 90 Prozent im Inland passieren wird. 

„Die Sanierungsoffensive ist somit ein Paradebeispiel dafür, wie Klimaschutz und wirtschaftlicher Aufschwung erfolgreich kombiniert werden können. Außerdem reagieren wir auf den Hitzesommer und führen einen neuen Bonus für Verschattung und Gebäudebegrünung ein“, erklärt Totschnig.

500 Millionen Euro für Heizen und Sanieren

Das Förderbudget für 2027 verteilt sich laut Regierung auf vier Schwerpunkte:

179 Millionen Euro aus dem Landwirtschaftsministerium für den Kesseltausch.
181 Millionen Euro aus dem Landwirtschaftsministerium für thermisch-energetische Sanierungen, insbesondere im mehrgeschoßigen Wohnbau.
90 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsministerium für Sanierungen von Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäusern.
50 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsministerium für thermische Sanierungen durch gemeinnützige Bauvereinigungen.

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Damit stehen insgesamt 321 Millionen Euro für Sanierungen und 179 Millionen Euro für den Kesseltausch bereit. Das Wirtschaftsministerium trägt 140 Millionen Euro aus dem Energieeffizienzfonds bei. Dieser übernimmt den Sanierungsbonus für Ein-, Zweifamilien- und Reihenhäuser und führt die Unterstützung für gemeinnützige Bauvereinigungen fort.

Sanierungsoffensive: Bablers Beitrag fehlt

Eine zentrale Novelle fehlt bei all dem noch: Wohnminister Andreas Babler und Justizministerin Anna Sporrer hatten für den Herbst angekündigt, neue Regeln für den Einbau von Klimaanlagen im mehrgeschossigen Wohnbau vorzulegen. Bislang scheitert der Einbau oft an der Zustimmung aller Miteigentümer oder an der Erlaubnis des Vermieters. Sagt auch nur eine Hauspartei Nein, kann nicht umgebaut werden.

Das Unterfangen gilt als enorm schwierig, weil letztlich in Miet- als auch Eigentumsverträge eingegriffen werden muss. Eine Reform im Mietrechtsgesetz (MRG) und im Wohnungseigentumsgesetz (WEG) gelingt seit bald eineinhalb Jahrzehnten nicht. Hattmannsdorfer und Totschnig erklärten, das darüber längst in der Koalition verhandelt wird.

Die Umweltschutzorganisation WWF bewertet die Sanierungsoffensive 2027 als „sinnvollen, aber zu schwachen Impuls“ für die Wärmewende. „Die Aufstockung ist dringend notwendig, gemessen am Sanierungsbedarf aber zu wenig ambitioniert. Die Bundesregierung muss die Förderung so ausrichten, dass die Gebäudesanierung und der Kesseltausch dauerhaft Fahrt aufnehmen“, sagt WWF-Klimasprecherin Viktoria Auer.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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