Ukraine greift wieder russische Raffinerien an: „Blockade ist aufgehoben“

Politik

Die Ukraine will ihre Angriffe auf russische Öl-Raffinerien wieder aufnehmen. Dies kündigte Präsident Wolodimir Selenskij in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Financial Times an. „Die Blockade ist aufgehoben. Wir sind damit durch“, sagte Selenskij der Zeitung. Die Ukraine hatte die Angriffe Selenskij zufolge Anfang der Woche für zwei Tage ausgesetzt, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen angekündigt hatte.

Hintergrund war ein Diesel-Lieferabkommen mit Russland. Trump wollte damit kurz vor den US-Kongresswahlen die Kraftstoffpreise senken, die seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran im Februar stark gestiegen sind. Russland griff aber dennoch weiter ukrainische Energieanlagen an.

Konflikt um Geheimdienstdaten

Dem ukrainischen Präsidenten zufolge hatten US-Militärs gedroht, Geheimdienstdaten zurückzuhalten, sollten die Angriffe auf russische Raffinerien nicht aufhören. Doch trotz der zweitägigen ukrainischen Kampfpause seien den Streitkräften US-Frühwarnungen vor anfliegenden ballistischen Raketen vorenthalten worden, kritisierte Selenskij. Die US-Seite habe dies später als technische Störung bezeichnet. Zudem sei der Satellitendienst Starlink des Tech-Unternehmers und Trump-Unterstützers Elon Musk in der Ukraine gedrosselt worden, was Einsätze an der Front und ukrainische Gegenangriffe auf russisches Gebiet behindert habe. Selenskij wies jedoch die Darstellung einer Panne zurück: Es sei kein technisches Problem gewesen, sondern Absicht, sagte er.

Trump hatte am Samstag die ukrainischen Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur scharf kritisiert und die Ablösung Selenskijs gefordert. Auf die Frage, ob die Ukraine für eine Verbesserung der Beziehungen zum Weißen Haus zu einem erneuten Verzicht auf die Angriffe bereit wäre, sagte Selenskij, dies sei nur möglich, wenn sein Land im Gegenzug weitere Patriot-Luftabwehrraketen aus US-Produktion erhalte. Dies sei das Minimum, erklärte der Präsident.

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Selenskij übte in dem Interview auch Kritik an dem Bestreben der US-Regierung, Geschäfte mit Moskau abzuschließen. Zudem warf er Trump vor, offenbar Bewunderung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu hegen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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