Bildhauer Franz Xaver Ölzant 82-jährig gestorben

Kultur

Steine konnten bei ihm wie Lebewesen wirken, wie Pflanzen, aber auch wie Kultobjekte: In seinem vielfältigen Oeuvre verweigerte sich Franz Xaver Ölzant der Eindeutigkeit und strebte auch nie einen Markenzeichen-Stil an. Doch er blieb stets nah am Wesen seines Materials und entlockte ihm immer neue Formen und Geheimnisse. 

Am Donnerstag, den 15. 10. ist Franz Xaver Ölzant im 83. Lebensjahr in seinem Haus im Waldviertel „friedlich eingeschlafen“. Das erfuhr der KURIER durch den langjährigen Direktor der NÖ Landesmuseen, Carl Aigner, der sich auf die Familie des Künstlers berief.  

Die niederösterreichischen Landessammlungen verfügen über eine große Zahl von Ölzants Werken, 2005 erhielt er auch den Würdigungspreis des Landes. Darüberhinaus realisierte der Wahl-Waldviertler zahlreiche öffentliche Aufträge, etwa für das neue Landhaus in St. Pölten.

Geboren wurde Ölzant jedoch 1934 im steirischen Oberzeiring.  1955–1958 studierte er an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien, 1978–1982 folgte ein Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien, an der er von 1986–2001 als Professor wirken sollte. Zu seinen Vorbildern zählten Jean Arp und Henry Moore – Bildhauer, die sich in ihren Formfindungen sowohl von Naturformen als auch von archaischen Kulturen leiten ließen.

Ölzant nahm diese Ideen auf und bearbeitete Steine teilweise nur partiell, betonte deren natürliche Witterung oder schrieb ihnen Formen ein, die Assoziationen zu einem kultischen Gebrauch zu wecken. 

Eine der bekanntesten Arbeiten Ölzants ist die „Große Basilika“ (1994) auf dem Gudenusfeld bei Waidhofen/Thaya, bei der es sich um eine großflächige Installation handelt, die an die fünfschiffige römische Basilika erinnern soll. Sie besteht aus 97 Granitfindlingen, die in einem Kreisbogen in sechs Reihen angeordnet sind. 

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Bei all der archaischen Anmutung war Ölzant kein Traditionalist, sondern ein durch und durch moderner Künstler – und eine singuläre Figur in Österreich, wo die bildhauerische Szene seiner Generation stark von Fritz Wotruba und seinem am Menschenbild geschulten Skulpturbegriff geprägt war. 

Ölzant fand dies „zu klassizistisch“ und fand neue Wege, die  durchaus auch an internationale Tendenzen wie  die Land Art und die Idee einer „Skulptur in einem erweiterten Feld“ anschlussfähig waren. In einem Text zum NÖ-Würdigungspreis 2005 erfasste Ölzant seinen  Skulpturbegriff mit den Worten, „dass es immer wieder Formationen gibt, die in mir ein ganz intensives, spannungsvolles Erleben auslösen, gleichgültig, ob es der Mensch ist oder die Natur, die das bewirkt haben.“

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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