Was ist Starshield und wie sehr hängt das Überleben der Ukraine davon ab?

Politik

Mittlerweile sind die Einschränkungen des Starshield-Systems, das die Ukraine dringend für ihre Luftverteidigung braucht, wieder aufgehoben. Doch der Druck von US-Präsident Donald Trump auf die Ukraine steigt. Und Elon Musks neuerliches Schimpfen auf den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij offenbart die gefährliche Abhängigkeit der Ukraine in ihrem Überlebenskampf vom US-Tech-Giganten. Was ist geschehen?

Mindestens zwei Tage lang war das von der ukrainischen Armee genutzte Starshield-System nur eingeschränkt nutzbar. Welche Folgen hatte das?

Fatale – denn diese Einschränkungen behinderten wichtige Luftabwehrsysteme, die das ständige Bombardement durch russische Drohnen verhindern sollen.

Mindestens zwei Tage lang töteten russische Drohnen also mehr Zivilisten und zerstörten mehr Gebäude, als es mit voll funktionsfähigem Starshield-System geschehen wäre.

Was genau wurde geändert?

Völlig überraschend wurden bei Starlink-Systemen Geschwindigkeitsbegrenzungen von 160 km/h festgesetzt. Russische Shahed-Drohnen aber fliegen mit bis zu 320 km/h – durch die willkürliche Drosselung der Geschwindigkeit der ukrainischen Abfangdrohnen konnten so keine angreifenden Drohnen mehr verfolgt und rechtzeitig abgeschossen werden.

Zudem machte dies die meisten der von der Ukraine eingesetzten Drohnen hinter den Frontlinien funktionsunfähig. Starshield wird allerdings nicht für Langstreckenmissionen in der Ukraine eingesetzt, die in den letzten Monaten erfolgreich russische Ölraffinerien ins Visier genommen haben.

Auf wessen Befehl wurden die Einschränkungen vorgenommen?

Dass Elon Musk, reichster Mann der Welt und Chef des Starlink-Mutterkonzerns SpaceX, dafür verantwortlich sei, wies er kategorisch zurück: Starlink darf nicht von Kunden genutzt werden, die Waffen einsetzen. Anders verhält es sich mit Starshield – eine Version von Starlink im Besitz des US-Verteidigungsministeriums: Im Dezember 2024 hatte das Pentagon, als noch US-Präsident Joe Biden regierte, die ukrainischen Terminals auf Starshield umgestellt. Die militärischen Verbindungen der Ukraine laufen somit seither über einen Dienst, der unter der Kontrolle Washingtons steht. „Starshield-Systeme gehören und werden von der US-Regierung kontrolliert. Alle Geschwindigkeits- oder Nutzungsbeschränkungen werden vom US-Militär und letztlich vom Präsidenten festgelegt“, schrieb Musk auf X und bezog sich dabei auf Donald Trump. Und offenbar einer Meinung mit Trump schrieb er auch: „Es ist Zeit für Selenskij zu gehen.“

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Hat also US-Präsident Trump die Starshield-Einschränkungen erwirkt? Und warum?

Das Weiße Haus hat Musks Behauptung bisher weder bestätigt noch dementiert. Doch die Trump-Regierung setzt die Ukraine zunehmend unter Druck – etwa mit dem Dieseldeal mit Wladimir Putin, den Forderungen an Wolodimir Selenskij, abzutreten, und neuerdings sogar mit der Forderung an die Europäer, der Ukraine keine Verteidigungswaffen mehr zu liefern. Sollte das Weiße Haus tatsächlich Starshield zwei Tage lang gebremst haben, könnte es ein Fingerzeig an Kiew gewesen sein, der zeigen sollte, was passiert, wenn die USA ihre Unterstützung eines Tages völlig beenden.

Die USA liefern keine Waffen mehr an die Ukraine und auch Zahlungen wurden weitgehend eingestellt. Doch die meisten Waffen, die von Europa aus an die Ukraine geliefert werden, werden in den USA gekauft. Und die nach wie vor wichtigste Kooperation zwischen Washington und Kiew ist die Kooperation der militärischen Aufklärungsdienste zwischen den beiden Staaten.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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