Markus Marterbauer: Vom Linksausleger zum beliebtesten Minister

Politik

Markus Marterbauer war der Überraschungserfolg der SPÖ in der Regierung. Anfangs als ideologischer Linksausleger verschrien, verschaffte sich der Ökonom und langjährige Arbeiterkammer-Experte schnell in Öffentlichkeit und Koalition Respekt. Dies hängt sowohl mit seiner fachlichen Expertise als auch mit seiner Gelassenheit zusammen.

Als Finanzminister wird ihm zugetraut, das Budget wieder in den von der EU erlaubten Rahmen zurückzuführen. Bisherige Daten lassen trotz Skepsis unter anderem des Fiskalrats die Hoffnungen blühen, dass das Ziel „raus aus dem Defizitverfahren“ plangemäß erreicht werden könnte.

Marterbauer schaffte es, wiewohl er seine ideologisch links angesiedelten Positionen nie aufgab, trotzdem ein gutes Verhältnis zu den wirtschaftsorientierten Koalitionspartnern aufzubauen. Auch nicht selbstverständlich ist die harmonische Beziehung zu seiner von der ÖVP gestellten Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP), galt deren Position in früheren Koalitionen doch als die einer Wachhündin für den Ressortchef.

Dass SPÖ-Chef Andreas Babler quasi darauf bestand, nur für Marterbauer zu weichen, hat seinen Grund. Der Ökonom, der auch schon für Wirtschaftsforschungsinstitut und Fiskalrat tätig war, gehörte zu seinen eifrigsten Unterstützern, als sich der Traiskirchener Bürgermeister auf dem Weg zum Parteivorsitz machte.

Nun wird er mit Jahresbeginn seinen Entdecker Babler als Vizekanzler beerben. 

An Selbstbewusstsein mangelt es dem designierten Vizekanzler, der in Schweden geboren wurde und in Oberösterreich aufwuchs, nicht. Dennoch ist das Ja des 61-Jährigen zu seiner neuen Rolle eine große Geste des überzeugten Sozialdemokraten, muss er sich doch seit dem Sommer einer Krebsbehandlung unterziehen. Sollte diese weiter gut verlaufen, könnte der verheiratete Vater von zwei Kindern wohl auch bald erster Kandidat für den SPÖ-Vorsitz sein.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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