
Boris Marte, 1964 geborener Wiener Vordenker, Banker und Kulturmanager, bestens vernetzter Förderer von Künstlerinnen, Künstlern und Kulturinitiativen, einer der prägenden Entwickler von Förderprojekten der Erste Group, 2012 bis 2021 Leiter des Erste HUB, dem Innovationszentrum der Erste Group, danach bis 2025 Geschäftsführer der Erste Stiftung, ist tot. Das gab die Erste Stiftung am Montag bekannt.
In der Wiener ÖVP war er an der Seite von Politikern wie Erhard Busek und Peter Marboe eine der treibenden Kräfte einer innovativen und aufgeschlossenen Kulturpolitik. In der Erste Group wurde er zu einem der wichtigsten Drahtzieher im Hintergrund des österreichischen Kulturlebens.
Zuletzt zum Ehrensenator der WU ernannt
Im Vorjahr gab er die Geschäftsführung der Erste Stiftung aus privaten Gründen ab und wurde Senior Adviser to the Board. Im März 2026 verlieh die Wirtschaftsuniversität Wien Marte den Titel des Ehrensenators. „Mit dieser Auszeichnung würdigt die Universität sein langjähriges Engagement für Projekte, in denen die Erste Stiftung gemeinsam mit der WU die Zivilgesellschaft in Zentral- und Osteuropa stärkt“, hieß es damals.
Andreas Treichl, langjähriger CEO der Erste Group und Nachfolger Martes als Vorstandsvorsitzender der Erste Stiftung, erinnert sich auf der Homepage der Stiftung in persönlichen Worten an die von Anne Applebaum am 13. Mai gehaltene letzte „Rede an Europa“, eine von Marte erfundene Serie öffentlicher Vorträge am Judenplatz, und seinen kurzen damaligen Auftritt: „Er wusste, dass er gegen seinen Tumor kämpfen konnte, aber dass er ihn nicht besiegen würde.“
„Kämpfte für eine Gesellschaft, die leider weiter entfernt ist, als wir zugeben möchten“
„Was Boris wirklich außergewöhnlich machte, war, dass er nie nur an Erste dachte. Er dachte immer an die Gesellschaft. Über eine freie, demokratische und widerstandsfähige Zivilgesellschaft. Über Bildung. Über Inklusion. Seine Arbeit und sein Denken richteten sich stets auf etwas Größeres als jede Institution“, so Treichl weiter. „Er besaß eine unerschütterliche Überzeugung und kämpfte für eine Gesellschaft, die leider weiter entfernt ist, als wir zugeben möchten.“
Source:: Kurier.at – Kultur



