Rangnicks neuer Weg: Die Abkehr von der Abkehr

Sport

Nicht wenige forderten nach der WM im Nationalteam eine Abkehr vom eingeschlagenen Weg und Spielstil. Tenor: Das von Ralf Rangnick forcierte Pressing sei überholt.

Und was tat der Teamchef nun bei erster Gelegenheit? Genau das Gegenteil. Er scherte sich nicht im Geringsten um diese Zurufe, rückte seinen Überzeugungen sogar noch näher und sagte sinnbildlich: „Es muss wieder scheppern.“

Soll heißen: Aufstellung nach Frische und Fitness, mehr Zug und Intensität allein schon im Training, schnelles Umschalten in beide Richtungen und ganz sicher kein langsames Ballgeschiebe. Es ist die Identität dieses Trainers, eroberte Bälle schnell in die Tiefe zu spielen, um den Gegner zu stressen und fehlende Ordnung auszunützen. Tempo vor Kontrolle.

Fakt ist: Die Abkehr gab es, sie fand bei der WM statt. Das Team hat in den USA schlechter ausgesehen als in den Jahren zuvor, weil man all das vermissen hat lassen. Das Problem war nicht das Pressing, sondern kein Pressing – weil es nicht funktioniert hat und schnelles Umschalten nie zur Waffe werden konnte. Dass es so weit kommen konnte, hatte auch der Teamchef zu verantworten.

Die jüngsten vier Länderspiele waren ein Schritt zurück zu alten Tugenden, mehr aber noch nicht. Oder, wie es Xaver Schlager schon nach dem 3:1-Sieg gegen den Kosovo in Wien sagte: „Die Kirche im Dorf lassen.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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