
„Ich glaube, dass es auf Dauer schwierig ist, in Russland tätig zu sein“, lässt Michael Höllerer, seit drei Monaten CEO der Raifeisen Bank International (RBI), keinen Zweifel an den Ausstiegsplänen für Russland. Und zwar so rasch wie möglich. Hätte er morgen die Opportunität, „würde ich morgen aussteigen“, sagte Höllerer bei seinem ersten Medienauftritt am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Die Bank prüft seit Beginn des Ukraine-Kriegs den Aussteig.
Die RBI fährt das Geschäft in Russland, das einst die milliardenschwere Cashcow der Bankengruppe war, weiter hinunter. 80 Prozent der Kredite und 60 Prozent der Einlagen seien bereits abgebaut. Für einen kompletten Ausstieg bedürfe es aber zahlreicher Genehmigungen, auch des Kremls.
Höllerer ortet derzeit nicht die Gefahr einer Zwangsverwaltung oder sogar Enteignung. Russland hat zuletzt einige westliche Konzerne unter Zwangsverwaltung gestellt, darunter Nestle und Metro. Man habe keine Anzeichen oder eine Behörden-Aussage für eine Zwangsverwaltung, betonte Höllerer. Die Bank halte sich streng an alle Regulatorien.
Etappensieg
Einen Etappensieg gibt es im erbitterten Streit mit dem russischen Strabag-Aktionäre Rasperia, der KURIER berichtete. Ende September hatte das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen der RBI und ihrer russischen Tochter AO Raiffeisen 3,15 Milliarden Euro Schadenersatz für das eingefrorene Paket aus 28,5 Millionen Aktien am Baukonzern Strabag zugesprochen.
Jetzt müsse die FMA als Sanktionsbehörde die Freigabe des Strabag-Pakets, das auch die Dividenden seit 2021 beinhaltet, beantragen, dann könnten die Aktien mit Hilfe einer Investmentbank verwertet werden. „Wir wollen keine Strabag-Aktien behalten“, stellte Höllerer klar.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



