Softwaregigant rettet Symphonieorchester in „Music City“ Nashville

Kultur

Nashville im US-Bundesstaat Tennessee ist eher als Hauptstadt der Country Music denn als Mekka der Klassik bekannt (hier hat die „Music City“ Wien doch die Nase noch ein wenig vorn). Doch die 700.000 Einwohner-Metropole verfügt seit 80 Jahren durchaus über ein respektables Symphonieorchester, dessen Aufnahmen – teils im klassischen Repertoire, teils in Crossover-Projekten mit Musikern wie dem Banjo-Meister Bela Fleck oder dem Songwriter Ben Folds –  insgesamt 14 Grammy-Auszeichnungen verbuchen konnten. 

Bis Sonntag stand das Orchester allerdings vor dem Aus: Am 29. September hatte der CEO Mark Cantrell die Entscheidung kundgetan, die gesamte Saison 2026/’27 aus Geldmangel abzusagen. Mehr als 77 Musikerinnen und Musiker wurden freigestellt, Cantrell trat zurück.

Der neue Vorstandsvorsitzende Mark Tillinger zog nun am Sonntag den Retter aus dem Hut: Die Softwarekonzern Oracle habe durch eine Spende von 10 Millionen US-$ das Weiterbestehen des Orchesters gesichert. Diese Finanzspritze gebe der Institution Zeit, mittelfristige finanzielle Herausforderungen zu meistern, so Tillinger.

Freilich ist die Investition kein Akt der reinen Selbstlosigkeit: Oracle, der vom Milliardär und Trump-Unterstützer Larry Ellison gegründete Weltkonzern, ist nämlich gerade dabei, sein Hauptquartier nahe der Country-Metropole zu errichten. Auf einem 32-Hektar-Gelände soll um 4,5 Milliarden US-$ ein vom Star-Architekten-Büro Foster & Partners geplanter Firmencampus entstehen. Bis 2031 soll der Firmenkomplex fertig gestellt sein und 8.500 Personen Arbeitsplätze bieten. 

Das Mäzenatentum für das Klassik-Orchester ist in diesem Kontext eine Infrastrukturmaßnahme, die die die wirtschaftliche Verlagerung von der Music City hin zu einer „Data City“ begleitet. Oracle ist groß im KI-Business und sieht sich wie andere Tech-Firmen wachsender Skepsis gegenüber dem Bau großer Datenzentren innerhalb der Bevölkerung gegenüber. So machten Country-Stars wie der Sänger und Gitarrist Brad Paisley vor einiger Zeit gegen den Bau eines Serverzentrums mobil, das nahe des Zoos von Nashville entstehen soll. 

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Ellisons Familie mischt auch wie berichtet im Mediengeschäft groß mit: Sein Sohn David ist Chef des Paramount-Konzerns und räumte zuletzt Hürden zur Übernahme des Warner Bros. Konzern aus dem Weg, zu dem auch CNN gehört. Die Befürchtung von demokratischen und liberalen Kräften ist, dass dem Trump-kritischen Sender auf diesem Weg die Zähne gezogen werden sollen.  Auch die Finanzspritze für das Nashville-Symphonieorchester wird vor diesem Hintergrund nicht von allen bejubelt – auch wenn die Musik vorerst weiterspielt. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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