
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat einem Medienbericht zufolge einen japanischen Journalisten wegen Spionageverdachts festgenommen. Dem Reporter der Zeitung Hokkaidō Shimbun werde vorgeworfen, Informationen über die Verteidigungsfähigkeit Russlands gesammelt zu haben, meldete die Agentur Interfax am Dienstag.
Der Mann sei in der fernöstlichen Region Sachalin vor seiner geplanten Ausreise gefasst und anschließend in Untersuchungshaft nach Moskau überstellt worden.
Ein dortiges Gericht habe eine knapp zweimonatige Haft angeordnet. Das russische Staatsfernsehen zeigte Bilder, auf denen ein Mann auf dem Boden liegt und von drei maskierten Männern in schwarzen Uniformen in Handschellen gelegt wird. Eine Stimme aus dem Hintergrund sagt, die Person werde der Spionage verdächtigt. Weitere Aufnahmen zeigten ihn in Begleitung von zwei FSB-Beamten beim Einsteigen in ein Flugzeug sowie später in einem Käfig in dem Moskauer Gerichtssaal. Die japanische Botschaft in Moskau war außerhalb der üblichen Geschäftszeiten zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Beziehungen zwischen Japan und Russland belastet
Russland stuft Japan als „unfreundlichen“ Staat ein, da sich das Land den westlichen Sanktionen gegen Moskau wegen des Kriegs in der Ukraine angeschlossen hat. Zudem sind die Beziehungen beider Länder historisch belastet. Russland und Japan haben nie einen formellen Friedensvertrag zum Zweiten Weltkrieg unterzeichnet.
Die Festnahme von ausländischen Journalisten in Russland sorgt immer wieder für Aufsehen. Einer der prominentesten Fälle war der des Wall Street Journal-Reporters Evan Gershkovich im Jahr 2023. Er wurde von einem russischen Gericht wegen Spionage zu 16 Jahren Haft verurteilt und im August 2024 bei einem Gefangenenaustausch freigelassen.
Source:: Kurier.at – Politik



