
Gerhard Zeiler will es offenbar wissen: Nachdem seit Wochen spekuliert wird, ob und wie der langjährige Medien-Manager Andreas Babler den Platz an der Spitze der SPÖ streitig machen könnte, verdichteten sich am Freitag die Gerüchte, dass der 71-Jährige einen Zahn zulegt.
So wurde dem KURIER bestätigt, dass sich Zeiler erneut mit Wiens SPÖ-Chef Michael Ludwig getroffen hat. Und parallel dazu erklärte der SPÖ-Kenner und Journalist Peter Pelinka via Puls 24, dass sich Zeiler am Wochenende auf eine Art und Weise „deklarieren“ werde, die die „Mehrheit der Partei als Chance und nicht als Umsturz“ wahrnehmen solle. „Zeiler wäre ein richtiges Signal – er ist der erfolgreichste Medien-Manager des Landes und kennt sich mit der Politik aus“, erklärte Pelinka. „Ich kenne Gerhard seit seiner Jugend, er ist ein Arbeiterbub aus Ottakring.“
Dazu passt, dass Zeiler für Sonntag ein großes Interview mit der Kronen Zeitung eingehängt hat, in dem er offensichtlich auch erklären will, wie er die Übernahme des Parteiamtes angehen möchte.
Dass der Amtsinhaber Andreas Babler angeschlagen ist, gilt in der SPÖ als Binsenweisheit. Die Umfrage-Werte sind desaströs, eine Aussicht auf Verbesserung kaum vorhanden. Bei der nächsten Landtagswahl in Oberösterreich könnte die SPÖ mit Pech sogar hinter die Grünen auf Platz 4 stürzen. Deshalb kursieren in der Partei jede Menge Gerüchte und Überlegungen. Zuletzt etwa die: Der frühereORF-Chef Zeiler oder auch Finanzminister Markus Marterbauer könnten Partei und/oder Vizekanzleramt kurzfristig übernehmen. Marterbauers Ambitionen sind freilich nicht wirklich belegbar, zudem ist er gesundheitlich angeschlagen. Im KURIER-Gespräch haben Zeiler-Vertraute mehrfach bestätigt, dass dieser den Job machen würde – aber gefragt werden will. Und genau hier beginnt es kompliziert zu werden. Denn bis dato hat sich niemand in der Partei gefunden, der den Übergang – Babler-Fans würden es einen „Putsch“ nennen – organisieren würde.
Der Bericht wird laufend aktualisiert.
Source:: Kurier.at – Politik



