Preis-Ängste: EU kämpft um Diesellieferungen aus USA

Politik

Zwei Euro pro Liter: Kürzlich noch ein Grund zum Ärger für viele Autofahrer, ist Diesel selbst bei den günstigsten Tankstellen um diesen Preis nicht mehr zu kriegen. Nicht nur in Österreich, im gesamten EU-Raum erreichen die Dieselpreise Rekordhöhen, in Italien, oder Deutschland ist man inzwischen bei fast drei Euro angelangt.

Trumps schüttelt Gegenmaßnahme aus dem Ärmel

Auch in den USA, einst Synonym für günstigen Sprit, ist der Diesel inzwischen so teuer geworden, dass er zum politischen Problem für Donald Trump wird, wenige Wochen von den Kongresswahlen im November. Der Präsident hat in typischer Trump-Manier vor ein paar Tagen eine Gegenmaßnahme aus dem Ärmel geschüttelt. Man werde den Export von Diesel aus den USA vorübergehend stoppen.

Eine Hiobsbotschaft für die meisten EU-Staaten. Die Russland-Sanktionen und der Iran-Krieg mit der Blockade wichtiger Meeresstraßen macht die Versorgung mit fossilen Energien immer mehr zum Problem für Europa.

Abhängig von den USA

Ob Erdgas, oder Erdölprodukte, man ist mehr denn je von Importen aus den USA abhängig. Die Einfuhr von US-Flüssiggas hat sich in den vergangenen Jahren verdreifacht. Beim Diesel sind die USA nach dem Ausfall Russlands der wichtigste Lieferant für Europa.

Ein Exportstopp, so analysieren Marktbeobachter, würde zwar nicht für akute Versorgungsmängel sorgen, aber dafür die Preise noch weiter in die Höhe treiben, die ohnehin für diesen Winter drohende Energiepreis-Krise in Europa weiter befeuern.

Entsprechend nervös reagierte man in Brüssel auf Trumps Ankündigung. „Wir halten das für eine schlechte Idee“, erklärte ein Sprecher der EU-Kommission auf einer Pressekonferenz. „Wir glauben, dass dies beiden Seiten schaden kann. Das sagen wir unseren US-Partnern auf höchster Ebene.“

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US-Regierung korrigiert Pläne

Die haben offensichtlich ohnehin bereits die Signale aus Brüssel empfangen. US-Energieminister Chris Wright rückte am Mittwoch die Pläne der US-Regierung zurecht. Die USA würden kein vollständiges Exportverbot verhängen, sondern Beschränkungen für Dieselexporte einführen. Am Rande der UN-Generalversammlung erklärte Wright, die USA müssten die globalen Märkte weiter beliefern und zugleich den Anstieg der Inlandspreise bremsen. Etwaige Maßnahmen sollten für die Energiekonzerne aber freiwillig bleiben. Die EU-Kommission jedenfalls spricht von hochrangigen Kontakten mit den USA in dieser heiklen Frage, man sei laufend in Kontakt. Zugleich übt man deutlich Kritik an Trumps Schnellschuss: Eigentlich sei es unter engen Partnern üblich, sich erst einmal abzustimmen, bevor man solche Schritte ankündige.

Die EU hat in Brüssel bereits in den Krisenmodus geschaltet. EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikōstas hat angekündigt, ein Krisentreffen der EU-Verkehrs- und Transportminister kurzfristig einzuberufen, wenn die Preise weiterhin so steigen würden. Konkrete Gegenmaßnahmen sind aber derzeit kaum zur Hand. 

Industrie wenig optimistisch

Die Lagerbestände sind überall zurückgegangen, die Preise folgen dem knappen Angebot auf dem Weltmarkt. Europa müsste da um jede Lieferung gegen die großen Abnehmer aus Asien bieten. Die Industrie jedenfalls gibt sich wenig optimistisch. Bei der derzeitigen Mangellage, urteilt ein Vertreter eines Energiekonzerns gegenüber der Nachrichtenplattform Politico: „würde jede weitere Beschränkung der Liefermengen von Treibstoffen, die Situation sehr rasch sehr ernst machen.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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