Team Austria in Shanghai: Es geht um Gold

Wirtschaft

Schon die Ankunft war eindrucksvoll: China ist heuer Gastgeber der Berufsweltmeisterschaften und zeigt sich in Superlativen. Rekordzahlen bei den Teilnehmern (rund 1.400 aus mehr als 70 Ländern), den Gästen (1,2 Millionen), der WorldSkills-Fläche (500.000 Quadratmeter) – und mittendrin: Team Austria. Mit 48 Teilnehmenden stellt Österreich sogar das größte europäische Team.

Nach der feierlichen Eröffnungszeremonie in der Mercedes-Benz-Arena am Dienstag wurde es ab Mittwoch ernst für die jungen Fachkräfte. In den Hallen des National Exhibition and Convention Centers in Shanghai wird intensiv programmiert, beraten, gekocht, gesägt, geschweißt, gemalt, frisiert und betoniert. Heute ist der letzte Bewerbstag – und damit der letzte Moment, in dem alle ihre Skills auf einer internationalen Bühne unter Beweis stellen können. Und das vor einer Schar an Fans, die mitgekommen sind, um die heimischen Talente anzufeuern.

Wie geht es Team Austria?

Rund 300 Fans aus Österreich sollen aktuell in Shanghai sein, darunter auch die Mutter des Speditionslogistikers Paul Zadravec. Bei den EuroSkills 2021 hatte er ihr scherzhaft versprochen, sie werde eines Tages vor seinem Wettbewerbsstand sitzen. Gesagt, getan: „Wenn ich während des Wettbewerbs zu ihr hinaufschaue, wird es wahrscheinlich für uns beide schwer“, sagt er. „Deshalb schaue ich lieber auf meine Aufgabe und versuche, konzentriert zu bleiben, sonst drückt es mir womöglich die Tränen runter.“

Trotz Hürden bleibt Team Austria hochmotiviert. So auch Einzelhandelskauffrau Anna Tritscher: In Shanghai muss sie ein Babygeschäft eröffnen, aber: Produkte fehlen oder sind beschädigt und die Kasse funktioniert nicht. „Es ist von Modul zu Modul ein Sprung ins Ungewisse. Wenn einmal etwas schiefgeht, muss man darüberstehen“, sagt sie selbstsicher.

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Die Gewissheit kommt nicht von jeher. 42 Experten aus Berufsschulen und Unternehmen haben in der Vorbereitungsphase eng mit den Teilnehmern zusammengearbeitet und sie fachlich wie mental auf Shanghai vorbereitet. Nun bewerten diese Experten als Mitglieder der internationalen Fachjury die Leistungen der Fachkräfte.

Historisch gesehen ist China ein starker Konkurrent. Bei den WorldSkills in Lyon räumte das Team mit 36 Goldmedaillen ordentlich ab. Wie gut Österreichs Chancen heuer stehen, analysiert WorldSkills-Star Michael Tobisch.

Das Glück der Tüchtigen

Bei der WM in Japan 2007 wurde Michael Tobisch zum Goldgewinner und war seither an neun weiteren Goldmedaillen beteiligt. Das macht ihn zum erfolgreichsten WorldSkills-Akteur Österreichs. Bei den heurigen WorldSkills ist er als Technischer Delegierter und als neutraler „Competition Committee Delegate“ im Einsatz. Heißt: Er achtet darauf, dass bei den Bewerben die Regeln eingehalten werden und „alle Teilnehmer die bestmöglichen Rahmenbedingungen haben“, erklärt er. Sein Erfolgsgeheimnis? „Wenn ich das wüsste. Anscheinend habe ich vieles richtig gemacht“, sagt er dem KURIER und muss dabei lachen.

„Ich bin sicherlich sehr streng beim Trainieren. Fleiß und Ehrgeiz habe ich immer gefordert. Alle Teilnehmer gehen hier wirklich die Extrameile.“ Das mache das Team Austria aus. „Deswegen spielen wir auch jedes Jahr wieder im vorderen Feld mit.“ 2024 bei der WM in Lyon sahnte Österreich etwa 22 Medaillen of Excellence ab. „In China trainieren sie mehrere Jahre auf den Wettbewerb hin. Wir kommen direkt aus der Berufswelt“, so der Experte. Genau das sei aber der heimische Vorteil: Die Aufgaben werden im Laufe des Bewerbs spontan angepasst.

„Es geht um die Fertigkeiten und …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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