
Gut Ding braucht eben manchmal Weile. Lange hat es gedauert, im September hat die Austria aber dann doch zugeschlagen und Valentino Müller verpflichtet. Für den 27-jährigen Vorarlberger war es dann doch eine Erlösung nach einem nervenaufreibenden Sommer. Die Länderspielpause kam genau recht, um sich bei den Veilchen einzuleben. „Es läuft gut, jetzt freue ich mich aufs nächste Spiel gegen Sturm.“
Vor einem Jahr sorgte Müller noch in Tirol für Furore, führte zeitweise sogar die Torschützenliste an. Nach fünf Jahren bei der WSG fühlte er sich aber bereit für die nächste Herausforderung. „Ich wollte den nächsten Schritt machen, der sollte sportlich attraktiv sein“, erklärt er.
Angebote von Exoten
Der Mittelfeldspieler war vereins-, aber keineswegs hoffnungslos. „Am Anfang war die Zuversicht groß.“ Die ersten Angebote flatterten rein. „Da waren auch einige exotische dabei, aus Dubai oder Armenien zum Beispiel. Finanziell wäre das ganz gut gewesen, aber sportlich hat es mich nicht interessiert.“
Die Zeit verging, die anderen Teams starteten in die Vorbereitung und dann in die neue Saison – und Müller hatte noch immer keinen neuen Verein. „Das hat sich dann schon ein bisschen komisch angefühlt.“ Rückblickend beschreibt er den Sommer als „emotional herausfordernd“.
Wer jetzt denkt, Müller lag im Schwimmbad auf der faulen Haut und wartete auf das nächste Angebot, der irrt gewaltig – Individualtraining war angesagt. „Ich wollte die Zeit nutzen.“ Als Trainingspartner mussten Heurigenbänke herhalten: „Ich wollte einfach bestmöglich vorbereitet sein, wenn es so weit ist.“
Reizvolle Aufgabe
Dann kam er, der Anruf der Austria. Und Müller musste nicht lange überlegen. „Ein großer Name, ein Verein mit viel Tradition und eine sehr reizvolle Aufgabe.“ Und ab ging es vom Westen des Landes in den Osten. Verständigungsprobleme gab es keine. „Zumindest von meiner Seite nicht“, lacht er. Seine neuen Mitspieler waren ihm als Trainingspartner dann doch lieber, als die Heurigenbänke.
Die Eingewöhnung ging schnell und problemlos. Auch, weil er einige Spieler und auch Trainer Stephan Helm von seinen vorigen Stationen LASK und Altach kennt. Dass bei der Austria ein anderer Wind weht und die Ansprüche andere sind als bei seinen bisherigen Vereinen, ist Müller bewusst. „Man merkt schon, dass das Umfeld ein anderes ist. Die größten Ansprüche habe aber ich an mich selbst.“ Damit kann er umgehen: „Ich will mich aufs Wesentliche konzentrieren und auf dem Platz die bestmögliche Leistung bringen.“
Der Vorarlberger ist aber nicht nur auf dem Platz gefragt. „Mit meiner Persönlichkeit und meiner Erfahrung kann und will ich den jungen Spielern Halt geben – auf und neben dem Platz.“ Dass es für die Austria auch in der Tabelle schon bald bergauf gehen kann, davon ist Müller überzeugt. „Wir haben viel an unserem Spiel gearbeitet, müssen schauen, dass wir unsere Intensität 90 Minuten auf den Platz bekommen.“
Starten soll der Aufwärtstrend schon am Samstag im Hit gegen Sturm. Die Austria ist bereit – und Valentino Müller sowieso.
Source:: Kurier.at – Sport



