
Sonore Stimme, graumeliertes Haupthaar, markanter Rollkragenpulli – so hat halb Österreich eine der bekanntesten Werbefiguren der vergangenen Jahre in Erinnerung: den Hausverstand. Bis vor etwa zehn Jahren für den Lebensmittelkonzern Billa im Einsatz, feiert er jetzt an unerwarteter Stelle ein Comeback.
Als Gesicht der neuen Videokampagne des Unternehmers Stephan Zöchling. Dem umtriebigen Remus-Chef, der aktuell in kaum einer TV-Diskussionsrunde fehlt, werden seit längerem Ambitionen für einen Einstieg in die Politik nachgesagt.
Als mögliche Vorbereitung dazu wird jetzt auch sein Hausverstand-Video interpretiert. „Der Hausverstand ist in Österreich leider kein gefragter Ratgeber“, beklagt darin die vom Schauspieler Rene Dumont dargestellte Figur.
Da kommt auch schon Zöchling in seinem SUV angefahren und lädt den Hausverstand ein, auf eine „spannende Reise“ zu begleiten – im Rahmen seiner Initiative „Zusammenstärker“, die sich für eine „Politik der Vernunft“ einsetze.
„Spannende Reise“ & „Mehr Vernunft“
Ob das tatsächlich im Rahmen einer neuen Partei passieren soll, lässt Zöchling weiterhin offen. Zum Video sagt er in einer Aussendung: „Ich bin überzeugt, dass die Menschen in Österreich viel mehr Vernunft haben, als ihnen die Politik manchmal zutraut. Sie erwarten keine Wunder, sondern nachvollziehbare Entscheidungen, einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Geld und eine Politik, die Probleme tatsächlich anpackt. Genau darüber wollen wir mit dem Hausverstand sprechen – klar, verständlich und ohne parteipolitische Scheuklappen.“ Weitere Spots sollen folgen.
Stellt sich die Frage, ob die Kampagne eventuell Markenrechte des Hausverstand-Erfinders Billa verletzt. Beim Mutter-Unternehmen Rewe gibt man sich auf KURIER-Nachfrage gelassen. Man habe von den Videos aus den Medien erfahren und nehme sie zur Kenntnis, so eine Sprecherin.
Laut Österreichischem Patentamt ist „sagt mein Hausverstand“ und „…sagt der Hausverstand“ von der Billa AG respektive Billa Aktiengesellschaft 2018 und 2008 als Wortmarke eingetragen worden.
Source:: Kurier.at – Politik



