„Schreckliche Vergeltung“: Worüber USA und Europa jetzt im Weltall streiten

Politik

Schutzhütten in den Tiroler Bergen nehmen damit die Reservierungen für Schlafplätze entgegen, Umweltschützer in Rumäniens Urwäldern melden Bärensichtungen oder auch einen illegalen Kahlschlag: Auch in Europa ist Elon Musks Satellitennetzwerk Starlink längst das wichtigste Kommunikationswerkzeug, dort, wo es keine Handymasten und daher auch keine Mobilfunknetze gibt. Das aber soll sich ändern, zumindest nach den Plänen der EU-Kommission in Brüssel. Dort plant man seit rund zwei Jahren eine europäische Alternative zu Starlink – und je konkreter diese Pläne werden, desto wütender reagieren die Amerikaner. 

US-Botschafter äußert offene Drohungen

Wie wütend, das machte jetzt Andrew Puzder, US-Botschafter bei der EU, deutlich. Der überzeugte Trumpianer, für seine wuchtige Wortwahl ohnehin bereits bekannt, drohte der EU offen mit „schrecklicher Vergeltung“, wenn sie Elon Musks Satelliten-Netzwerk in Europa beschneide.

Neuvergabe wichtiger Frequenzen schon 2027

Doch genau das wäre die Folge der Pläne, die die EU-Kommission schon im Frühjahr zu Papier gebracht hat. Da geht es um die EU-Lizenzen für die Nutzung gewisser Frequenzen, um sich mit Satelliten in der Erdumlaufbahn zu verbinden und so ohne Verbindung zu einem Mobilfunknetz Gespräche zu führen oder Daten zu übermitteln. Diese Frequenzen werden 2027 neu vergeben und dann will die EU-Kommission einen Gutteil davon für europäische Anbieter reservieren, erst der Rest wird dann weltweit vergeben. Für Elon Musks Starlink, die bisher die Mehrzahl dieser Frequenzen für sich gebucht hatte, wäre das eine deutliche Beschränkung des Geschäfts.

Macron lässt das EU-Netzwerk schon planen 

Doch die Pläne sind inzwischen nicht nur auf Strategiepapieren der EU-Kommission festgehalten. Inzwischen arbeiten europäische Telekommunikationsfirmen, unterstützt von der Politik, an einer strategischen Offensive, um bei der Satellitenkommunikation unabhängiger von Musk und Starlink zu werden. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron nützte einen Raumfahrt-Gipfel in Paris vor wenigen Wochen, um dort führende europäische Anbieter zu versammeln, von Orange über Telefonica bis Vodafone. Man müsse eine Allianz schmieden, so Macrons Appell, um so die gemeinsamen Satellitenkapazitäten Europas auszubauen. Ein gezielter politischer Vorstoß gegen die ständig wachsende Dominanz von Starlink, gerade bei dem Geschäft mit der Verbindung von Mobiltelefonen via Satellit.

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Strategisch wichtige Branche

Doch dieses Geschäft ist nicht nur lukrativ, sondern auch strategisch bedeutsam. Im Krieg Russlands gegen die Ukraine wird das immer deutlicher. Ein Alarmsignal kam vor wenigen Tagen direkt aus der Ukraine und vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei seinem Treffen mit den EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Selenskyj informierte diese über die plötzliche Beschränkung der Datenkapazitäten von Starlink über der Ukraine – und die verheerenden Folgen für die Städte der Ukraine.

Ohne Starlink schutzlos

Dort dient das Netzwerk aber nicht nur zur Kommunikation, sondern ist essenziell für die Abwehr von Drohnen und Raketen. Je schneller die fliegen – und die jüngsten russischen Drohnenmodelle sind schneller denn je -, desto mehr Datenfluss brauchen Verteidiger, um diese Flugkörper rechtzeitig zu erfassen und dann auch mit ihren Waffen zu treffen. Wird dieser Datenfluss reduziert, tappen die Verteidiger im Dunkeln und die Städte sind weitgehend schutzlos den russischen Angriffen ausgesetzt. Wie schnell eine reduzierte Datenrate hier verheerende Konsequenzen hat, zeigte sich in den vergangenen Tagen, als die plötzlich heruntergefahren wurde, einmal und dann ein weiteres Mal, bis dann am Sonntag …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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