
In Sölden bringt die Gondel die Ski-Stars zum Start ihrer Saison, in Austin schwebt sie über dem Asphalt. Auf jener Strecke, die sie überquert, könnte Mercedes-Pilot Kimi Antonelli am Sonntag (21.00 Uhr MESZ/ServusTV), bei einem Hauch österreichischen Flair, den Gipfel seiner bisherigen Karriere erreichen und sich zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte krönen.
Der 20-jährige Italiener hat beim Großen Preis der USA erstmals den Matchball auf den Titel. Mit 340 Punkten führt Antonelli die Weltmeisterschaft vor seinem Teamkollegen George Russell (238) und Lewis Hamilton im Ferrari (229) an.
Gelingt das, würde Antonelli Sebastian Vettel ablösen, der 2010 mit 23 Jahren seinen ersten WM-Titel holte. Der Italiener versucht, den Druck auszublenden. „Es ist verrückt, wenn du daran denkst, deswegen will ich nicht daran denken. (…) Ich muss meinen Job erledigen und meine Leistung abrufen, wenn ich das tue, kommt der Rest von alleine.“, sagte er vor dem Rennwochenende.
Acht Saisonsiege sprechen für seine Klasse, zuletzt geriet sein Erfolgslauf allerdings ins Stocken. Das soll sich aber nun mit einem neuen Update-Paket ändern: „Wir haben hart daran gearbeitet, unsere Schwachstellen zu identifizieren. Wir werden unser neuestes Update-Paket an beiden Autos einsetzen und gleichzeitig die Entwicklung des Autos vorantreiben. Es steht viel auf dem Spiel, aber wir wollen nichts überstürzen“, so Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Sollte es diese Woche nicht mit dem Titel klappen, dann vielleicht beim nächsten Rennen kommende Woche in Mexiko.
Verstappens Liebe zu Austin hat ihre Grenzen
Max Verstappen hingegen hat mit seinem verbesserten Red Bull die vergangenen beiden Rennen gewonnen und auch an Austin gute Erinnerungen und spricht von einer der „schönsten Strecken und einer der besten Orte“. Im Vorjahr siegte er dort sowohl im Sprint als auch im Grand Prix. Einen Sprint wird es aber in diesem Jahr nicht geben.
Weniger begeistert ist Verstappen vom Zustand des Asphalts. Der viermalige Weltmeister bezeichnet die Bodenwellen als „inakzeptabel“. Frühere Reparaturen seien nur oberflächliche Lösungen gewesen. Weil sich der Untergrund bewege, müsse das Fundament verstärkt werden. Besonders die Belastung für den Rücken der Fahrer bereite ihm Sorgen.
Der Zeitplan für das Rennwochenende in Austin sieht am Freitag das erste freie Training um 19.30 Uhr und das zweite um 23 Uhr (jeweils MESZ) vor. Am Samstag folgen das dritte Training um 19.30 Uhr und das Qualifying um 23 Uhr. Der Grand Prix startet am Sonntag um 21 Uhr.
Zwischen Bodenwellen und VIP-Gondeln
Der 5,513 Kilometer lange Circuit of the Americas verlangt den Fahrern mit seinen 20 Kurven und 56 Runden einiges ab. Besonders berüchtigt ist die steile Bergaufpassage zur ersten Kurve, wo es nach dem Start meist eng wird.
Auch optisch veränderte sich das Areal. Über der ersten Kurve thront ein neues, vierstöckiges Clubhaus, eine neue Seilbahn verbindet das Gebäude direkt mit dem Boxengebäude. Die Gondeln bieten Platz für jeweils sechs Personen, sind allerdings ausschließlich Clubmitgliedern vorbehalten.
Im rund 14 Millionen Dollar teuren Bau entstehen exklusive Logen, ein Restaurant, Fitnesscenter, Renn- und Golfsimulatoren, Konferenzräume und ein Dachbereich mit Pools. Der neue Privatclub soll die Rennstrecke zu einer ganzjährigen Erlebnisdestination für zahlungskräftige Motorsportfans machen.
Das Konzept hat allerdings auch eine Kehrseite. Ab 2027 soll die Anlage an mindestens …read more
Source:: Kurier.at – Sport



