Türkische Soldaten für die Saudis zur Unterstützung gegen die Huthis?

Politik

Elf Drohnen und eine ballistische Rakete sollen am Donnerstag wieder über Saudi-Arabien abgefangen worden sein – gestartet aus dem Jemen von der schiitischen Huthi-Miliz. Laut Huthis soll auch das saudische Verteidigungsministerium in Riad getroffen worden sein, die Saudis widersprachen. Für ein Steigen der Ölpreise sorgte die Nachricht trotzdem: Ein Barrel Brent kostete am Freitag zu Mittag schon 114,5 US-Dollar, rund 1,2 Prozent mehr als am Vortag.

Die Angriffe der Huthis auf Saudi-Arabien stellen die erste große Bewährungsprobe für das sogenannte „Bündnis von Mekka“ dar – ein Verteidigungspakt zwischen der Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien, der Anfang August unterzeichnet wurde. Das Besondere am Pakt: Er beinhaltet eine ähnliche Beistandsklausel wie der Nordatlantikvertrag.

Ein bewaffneter Angriff gegen ein oder mehrere Mitglieder wird als Angriff gegen alle angesehen. Nach den Angriffen der Huthis auf Saudi-Arabien kommt nun die Türkei, ein NATO-Mitglied, dieser Klausel erstmals nach – sie will türkische Soldaten nach Saudi-Arabien schicken. Bevor das überhaupt möglich ist, muss das türkische Parlament das Abkommen noch ratifizieren – die türkische Regierung hat es diese Woche den Abgeordneten vorgelegt.

Keine Hilfe von den USA

Saudi-Arabien heißt die türkische Unterstützung willkommen. Denn die eigentlich enge Verteidigungsallianz zwischen den USA und dem Königreich bröckelt: Die USA haben den Saudis nach den Huthi-Angriffen keine zusätzliche militärische Unterstützung geschickt. Sie hat der Krieg mehr gekostet, als US-Präsident Donald Trump eingestehen möchte. Der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS) zufolge sind die Bestände der „Patriot“-Abwehrraketen in den letzten Monaten drastisch geschrumpft. Und vor den Midterm-Wahlen hat Trump wenig Interesse daran, dass sich der in den USA unbeliebte Krieg ausweitet.

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Stattdessen hat das US-Militär zuletzt seine Präsenz auf Stützpunkten im Nahen Osten stillschweigend reduziert, berichten US-Medien. Zwar zitierte NBC einen Sprecher des US-Zentralkommandos, der den Abzug verteidigt: Soldaten würden regelmäßig verlegt, um die Einsatzbereitschaft zu optimieren. Doch haben die USA diese Woche erstmals auch Diplomaten aus Saudi-Arabien abgezogen. Es häufen sich die Berichte, dass Trump und Benjamin Netanjahu nach den Wahlen in Israel und den USA die Angriffe auf den Iran wiederaufnehmen könnten.

Erdoğan will Einfluss ausweiten

Für die Türkei, die die zweitgrößte Armee der NATO stellt, ist die Entsendung von Soldaten hingegen eine Gratwanderung: Sie will keinesfalls in einen Krieg gegen den Iran hineingezogen werden – als zu Beginn des Krieges iranische Raketen über der Türkei durch NATO-Luftabwehr abgefangen wurden, reagierte Ankara zurückhaltend. Diese Zurückhaltung lässt sich auch damit erklären, dass Ankara eigentlich das Risiko vermeiden möchte, auf Seiten Israels wahrgenommen zu werden.

Dabei ist das Abkommen gerade für Präsident Recep Tayyip Erdoğan von Bedeutung: Er erhofft sich dadurch mehr Präsenz und Einfluss in der arabischen Welt und Einfluss – vom östlichen Mittelmeer über das Rote Meer bis zum Horn von Afrika. Erdoğan wurde in der Vergangenheit nicht müde zu betonen, der Verteidigungspakt richte sich nicht gegen den Iran. Das Abkommen sei „Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung, die wir übernommen haben, eine sicherere, friedlichere und prosperierende Zukunft zu gestalten.“

Medien zitieren einen Abgeordneten von Erdoğans islamisch-konservativer AKP, der sagt, dass die türkischen Truppen nicht an Offensivoperationen teilnehmen würden, sondern zunächst technisches Personal und Experten zur Unterstützung der Luftverteidigung, der …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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