
Es war viel los bei Max Uhlig in der vergangenen Woche. Letzten Samstag erst kam der Anruf von Sportvorstand Tomas Zorn, der ihn zum Cheftrainer bei den Profis beförderte. Am Dienstag, nach nur zwei Trainingseinheiten mit der Mannschaft, folgte das erste Pflichtspiel im Cup. Die Partie gegen Hartberg war nichts für schwache Nerven, nahm im Elfmeterschießen aber kein gutes Ende für Uhlig und seine Austria.
Und jetzt? Jetzt steht der 33-Jährige vor seiner nächsten Premiere: Am Sonntag wartet gleich das erste Derby gegen Rapid. Die Hütteldorfer kommen als Tabellenführer und klarer Favorit nach Favoriten zur kriselnden Austria.
„Es ist das erste richtige Derby für mich“, korrigiert Uhlig, „im Nachwuchs, der Akademie und zuletzt mit den Young Violets hab ich ja schon einige erlebt.“ Dieses sei aber schon ein „extrem spezieller Moment“, auf den er mit „viel Vorfreude“ hinarbeite.
Ob das Heimderby schon richtungsweisend für seine persönliche Zukunft sei. Offiziell ist er interimistisch bis Jahresende im Amt, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass er länger in der ersten Reihe bleiben darf. „Ganz ehrlich: Darüber hab ich mir gar keine Gedanken gemacht“, verweist er auf den dichten Terminplan. Der Fokus liege nur darauf, den Turnaround zu schaffen. Eine bessere Gelegenheit als ein Derby gebe es dafür nicht.
Derby-Experte
Sein erstes Derby kommt Uhlig also durchaus gelegen. Was sagt eigentlich die Statistik? Insgesamt hat die Austria in diesem Jahrtausend unter 25 verschiedenen Trainern gegen Rapid gespielt. Der KURIER hat sich die 25 ersten Male angeschaut: Bei acht Niederlagen und elf Remis haben sechs Austria-Trainer ihr erstes Derby gewonnen.
Zuletzt gelang dies Michael Wimmer, der 2023 zu Hause 2:0 gewann. Außerdem waren seit dem Jahr 2000 auch noch Peter Stöger, Frenkie Schinkels, Günther Kronsteiner, Christoph Daum und Ernst Baumeister bei ihrem jeweils ersten Derby erfolgreich. Jahrhundert-Austrianer Herbert Prohaska hingegen musste sich mit einem Remis begnügen, genau wie Deutschlands späterer Weltmeister-Trainer Jogi Löw.
Stephan Helm, Uhligs direkter Vorgänger, kassierte bei seinem ersten Derby eine knappe 1:2-Niederlage. Dafür kann er auf eine positive Derbybilanz zurückblicken (vier Siege, ein Remis, drei Niederlagen).
Was Derby-Siege anbelangt hat in diesem Jahrtausend die Austria die Nase vorn, daran wird sich auch am Sonntag nichts ändern. 35 Mal haben die Veilchen gewonnen, Rapid nur 28 Mal. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für Uhlig vor seinem Derby-Debüt. Und mit seinem Co Alexander Grünwald hat er auch noch jede Menge Derby-Kompetenz an seiner Seite. Er spielte 25 Mal mit den Veilchen gegen Rapid (neun Siege, sechs Niederlagen).
Und als Stripfing-Coach bezwang Grünwald die Rapidler 2024 im Cup mit 2:1.
Source:: Kurier.at – Sport



