
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flavio Bolsonaro könne auf unbestimmte Zeit in den USA bleiben. „Er kann hier so lange bleiben, wie er will“, sagte Trump am Samstagabend vor Reportern auf einer Halloween-Party in seinem Club Mar-a-Lago in Florida. „Meiner Meinung nach war die Wahl eine Schande.“ Die Äußerungen dürften die Beziehungen zwischen den beiden größten Demokratien Amerikas weiter belasten.
Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio am Rande eines G20-Treffens in Atlanta mit dem brasilianischen Außenminister Mauro Vieira gesprochen. Bolsonaro hatte Brasilien verlassen, nachdem er die Präsidentschaftswahl gegen den linken Amtsinhaber Luiz Inacio Lula da Silva verloren hatte. Kurz nach seiner Niederlage hatte ein brasilianischer Richter die Einziehung seines Reisepasses angeordnet, da gegen ihn wegen Geldwäsche ermittelt wird und die Polizei ihn als fluchtgefährdet einstufte.
US-Hilfe bei Bolsonaro-Ausreise?
Wie die Nachrichtenagentur Reuters zuvor meldete, erhielt er für die Einreise in die USA eine humanitäre Sondergenehmigung („humanitarian parole“), die in der Regel auf ein Jahr befristet ist. Trump sagte am Samstag, er habe keine Pläne, sich mit Bolsonaro zu treffen. Während Außenminister Rubio erklärte, die US-Regierung sei „nicht direkt an den Schritten beteiligt“ gewesen, die zu Bolsonaros Ausreise führten, soll ein Mitarbeiter des Weißen Hauses nach Medienberichten bei der Organisation der Reise geholfen haben.
Bolsonaros Vater, der rechtsextreme ehemalige Präsident Jair Bolsonaro, ist in Brasilien wegen der Planung eines Putsches nach seiner eigenen Wahlniederlage im Jahr 2022 inhaftiert. Lula selbst saß in den Jahren 2018 und 2019 wegen Korruptionsvorwürfen 17 Monate im Gefängnis; das Verfahren wurde später eingestellt.
Source:: Kurier.at – Politik



