
Harald Zagiczek geht als Gewinner aus der Aufsichtsratssitzung der Austria hervor, sein Vertrag als Finanzvorstand wurde um zwei Jahre bis 2028 verlängert. Wo ein Gewinner, da auch ein Verlierer. Aber wer ist das? Auf den ersten Blick sind es vielleicht die Investoren, die gegen Zagiczek gestimmt, aber keine Mehrheit bekommen haben.
Hier ist vielleicht eine kurze Erklärung notwendig. Die Viola Investment GmbH hat einen Anteil von 49 Prozent der FK Austria Wien AG. In der Viola Investment GmbH hält wiederum die WTF, der auch Jürgen Werner angehört, die Mehrheit (rund 40 Prozent). Aktuell überlegen diese Investoren, ob sie die Austria verklagen. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Investoren wollen jenen Verein verklagen, den sie finanziell unterstützen. Warum? Weil die WTF Zagiczek loswerden will.
Wie im Kindergarten
Warum eigentlich? Man wird den Eindruck nicht los, dass es längst nur noch um persönliche Dinge geht. Ja, es wird in der Vergangenheit wohl mehr vorgefallen sein zwischen den beteiligten Personen, als dass einer dem anderen das Schauferl in der Sandkiste weggenommen hat. Aber irgendwie kommt man sich dennoch vor wie im Kindergarten.
Die Investoren haben ein Gutachten erstellen lassen, das besagt, dass Zagiczek neu bestellt wurde, nicht verlängert. In diesem Falle hätten sie ein Vetorecht. Derzeit prüfen sie, ob es eine Mehrheit für eine Klage gibt – wovon zum aktuellen Zeitpunkt auszugehen ist. Das Prozedere einer Klage würde sich ziehen. Und egal, wer dann vor Gericht als Gewinner hervorgehen wird – einen großen Verlierer gibt es jetzt schon. Die Austria.
Vielleicht sollten sich einige der Herren im Anzug einfach ein Beispiel an ihrer Mannschaft nehmen, die am Rasen immer wieder Zusammenhalt beweist. Denn es geht darum, gemeinsam Ziele zu erreichen. Nicht darum, sich gegenseitig zu zerstören.
Source:: Kurier.at – Sport



