Christian Zawieschitzky: Österreichs Tormann für die Zukunft

Sport

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht begrüßte er jeden Journalisten per Handschlag. Den 27. September 2026 wird Christian Zawieschitzky nicht so schnell vergessen. Es war der Tag, als der 19-jährige Tiroler erstmals das ÖFB-Tor hütete – es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein.

„Das Gegentor nervt mich, aber im Großen und Ganzen war das Spiel, das ich gemacht habe, ganz okay“, analysierte er nach seinem Debüt, dem 3:1 gegen den Kosovo. Experten sind sich sicher: Er hat das Zeug zur absoluten Nummer eins im österreichischen Tor. Und das für viele Jahre.

Aber der Reihe nach. 2020 wechselte er aus Tirol in die Salzburger Akademie. Seinen ersten großen Auftritt hatte er bei der Klub-WM im Sommer 2025, seit dieser Saison ist er die Nummer eins beim ehemaligen Serienmeister. Nach starken Leistungen in der Bundesliga konnte auch Teamchef Ralf Rangnick nicht mehr an ihm vorbei sehen und machte ihn zum jüngsten Tormann-Debütanten im ÖFB-Team seit Walter Zeman 1945.

81 Jahre danach

Das war Zawieschitzky nicht bewusst. Darauf angesprochen meinte er nur: „Das ist schon etwas Gutes, irgendetwas bedeutet es mir schon. Aber irgendwie bringt es mich jetzt auch nicht weiter, glaube ich.“ Es ist diese ehrliche, direkte Art, gepaart mit den Tiroler „chchs“, die den Teenager sympathisch machen. „Ich bin kein schüchterner Typ“, erklärt er, „ich tu mir sehr leicht, mit anderen zu reden.“ Noch lieber lässt er aber seine Taten im Tor sprechen.

Dass er auch ein Schlitzohr ist, hat er nach dem Gegentor per Elfmeter bewiesen, als er den Ball unter seinem Dress „versteckte“, um etwas Zeit zu gewinnen. „Ich habe mir gedacht, ich tu‘ ihn einfach unter mein Leiberl, da kriegen sie ihn nicht so leicht raus“, schmunzelte er. Das Trikot bekommt übrigens die Mama als Geschenk – und als Dankeschön.

  ÖFB: Laimer stieg ins Training ein, ein Debütant musste verletzt abbrechen

Vor 47.000 Fans einzulaufen sei „brutal und sehr speziell“ gewesen, wirklich nervös war er aber nicht. „Vielleicht beim Aufwärmen ein bisschen.“ Die Ruhe konnte er dann auch während des Spiels ausstrahlen – eines seiner Markenzeichen. Als ihn Teamchef Rangnick am Tag vor dem Spiel über seinen Einsatz informierte, war Zawieschitzky „sehr überrascht“. Dann habe er sich aber gedacht: „Einfach Kopf ausschalten und durchziehen.“

Das hat er getan – auch zur Freude des Teamchefs. „Wenn man sieht, wie er gespielt hat, kann man gar nicht glauben, dass er erst 19 ist.“ Er kenne den Teenager schon seit einem Jahr, habe von ihm bereits durch Assistenzcoach Onur Cinel aus dessen Zeit als Salzburg-Trainer gehört und sei deshalb nicht überrascht. „Wir wussten, was für ein großes Talent da heranwächst.“

Wechsel zur U21

Jetzt geht es für den Keeper aber erst einmal zum U21-Team. Traurig über den – vorübergehenden – Abschied ist er aber nicht. „Ich bin sehr froh, dass ich hier sein durfte“, sagte er demütig, „und ich glaube, das U21-Nationalteam ist auch nichts Schlechtes.“ Anstelle von Zawieschitzky bleibt Lukas Jungwirth, bisher Einsergoalie der U21-Auswahl, beim A-Team. „Sie bekommen ja dafür keinen Blinden“, sagte Rangnick über Zawieschitzky.

Jungwirth ist so wie Florian Wiegele und der gegen Israel eingesetzte WM-Einsertormann Alexander Schlager ein Kandidat für die ausstehenden Partien am Donnerstag …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.