AMS-Vorstand Kopf: „Studium bester Schutz gegen Arbeitslosigkeit“

Wirtschaft

364.200 Personen in Österreich waren Ende Juli beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Damit ist die Arbeitslosigkeit den 40. Monat in Folge gestiegen. In den kommenden Monaten dürfte die Arbeitslosigkeit leicht zurückgehen, ein deutlicher Aufschwung sei aber nicht in Sicht, erwartet AMS-Vorstand Johannes Kopf, der in der ZiB2 zu Gast war. „Die Arbeitslosigkeit wird sinken, aber sie wird noch relativ hoch bleiben.“

Schwierige Bedingungen beim Berufseinstieg

Besonders auffällig sei derzeit der Anstieg bei Akademikern und Berufseinsteigern. Kopf verwies jedoch auf das insgesamt weiterhin niedrige Niveau. „Die Arbeitslosenquote der Akademikerinnen und Akademiker liegt bei 3,4 Prozent“, sagte er. Bei Personen mit Pflichtschulabschluss liege sie dagegen bei 22 Prozent.

„Aktuell ist es für junge Akademiker schwieriger“, sagte Kopf. Gründe seien die Rezession und schwierige Bedingungen beim Berufseinstieg. Besonders betroffen seien IT- und Computerjobs. Einen klaren KI-Effekt am Arbeitsmarkt sehe er aber noch nicht. „Ich sehe keinen Knick seit der Einführung von ChatGPT“, sagte Kopf.

„Studium bester Schutz gegen Arbeitslosigkeit“

Der AMS-Chef widersprach zugleich der These, Österreich bilde am Arbeitsmarkt vorbei aus. Zwar fehlten in vielen Lehrberufen Arbeitskräfte, dennoch sei die Akademikerarbeitslosigkeit vergleichsweise niedrig. „Ein Studium der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit ist“, sagte Kopf. Entscheidend sei langfristig vor allem Lernfähigkeit.

Deutlich gestiegen sei zuletzt die Arbeitslosigkeit bei Frauen. Ein Mitgrund sei die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters. „Zu 90% sind die Leute im Job“, sagte Kopf mit Blick auf Frauen über 60. Ein Teil lande aber auch in der Arbeitslosigkeit.

Den Vorschlag, das Pensionsalter künftig stärker an Beitragsjahre zu koppeln, sieht Kopf skeptisch. „Ich halte nicht so viel von diesen fixen Grenzen und vom Zwang“, sagte er. Österreich werde zwar länger arbeiten müssen, sinnvoller seien aus seiner Sicht aber flexiblere Anreize statt starrer Regeln.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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