Steigende Energiepreise in Österreich sorgen für Angst vor teurem Winter

Wirtschaft

Der Iran-Krieg brodelt vor sich hin, an die Straße von Hormus hat man schon länger nicht mehr gedacht. Doch nun wollen die Huthis im Jemen eine weitere global relevante Transportroute schließen. Während viele zum ersten Mal von der Meerenge Bab al-Mandab hören, reagieren Rohstoffmärkte sofort. Der Ölpreis schießt nach oben. Auch Gas und Strom sollen wieder teurer werden. Angesichts des kommenden Winters herrscht große Besorgnis.

Könnte uns mitten im Winter das Erdgas ausgehen?

Wie Experten in den vergangenen Monaten stets betonten, ist die aktuelle Energiekrise keine Versorgungskrise, sondern eine Preiskrise. Gas aus dem arabischen Raum kommt nur zu einem geringen Teil nach Europa, aber weil in Asien eine Verknappung herrscht, steigen die Preise weltweit. Wie der ehemalige E-Control-Vorstand Walter Boltz am Donnerstag in der ORF-Sendung ZIB 2 erklärte, hat „Europa den ganzen Sommer zugeschaut“ und Gasspeicher nicht sonderlich rasch gefüllt. Im EU-Schnitt beträgt der Füllstand 67 Prozent, in Österreich 67,36 Prozent. Vor einem Jahr lag er bei 82,7 Prozent.

Die Speicher weiter zu füllen, wird nun teurer werden. Der Österreichische Gaspreisindex zeigt im September einen Anstieg im Jahresvergleich um 71,1 Prozent. Die heimische Speicherkapazität sei laut Boltz allerdings so groß, „dass man auch bei einem kühleren Winter gut über die Runden kommen“ sollte. Nur im schlimmsten Fall wird die strategische Reserve des Bundes angezapft werden müssen. Das Erdgas wird Österreich also höchstwahrscheinlich nicht ausgehen.

Warum sollen auch die Strompreise wieder steigen?

Die für Österreich sehr wichtige Wasserkraft hat aufgrund der Trockenheit heuer starke Produktionseinbußen. Der Verbund hat etwa 10 Prozent weniger Strom produziert. Um den Bedarf zu decken, werden heuer verstärkt teurere Gaskraftwerke benötigt. Im Winter steigt ihr Anteil am Strommix ohnehin regelmäßig. Mit mehr Windkraft könnte man langfristig gegensteuern, aber deren Ausbau läuft schleppend.

  VIG-Chef Löger: Katastrophenzusatz für Feuerversicherungen

Die Großhandelspreise für Strom liegen laut Energieagentur im September um 68,12 Prozent über dem Vorjahreswert. Stromkunden mit Fixtarifen brauchen dennoch keine Erhöhung zu befürchten, zumindest solange ihre Preisgarantie läuft. Neukunden bemerken bereits Preisanstiege.

Welche Höhen könnten die Spritpreise erklimmen?

Benzinpreise über 2 Euro und Dieselpreise über 2,50 Euro pro Liter würden Energieexperte Boltz nicht überraschen. Rohölpreise sind am Freitag auf den höchsten Stand seit vier Monaten gestiegen und bewegen sich nun oberhalb von 100 Dollar pro Fass. Ein großes Fragezeichen am Weltmarkt ist China. Das Land hat seine Ölimporte durch den Iran-Krieg drastisch reduziert und greift auf große Reserven zurück. Wie lange die halten, ist unklar.

Sollte China wieder mehr Öl importieren, könnten die Preise noch stärker steigen. Wie bereits im Frühjahr könnte die Bundesregierung mit der Spritpreisbremse gegensteuern. Die Spritkosten haben ihren Beitrag dazu geleistet, dass der Absatz von Elektroautos steigt. Im August gab es ein Plus bei E-Auto-Neuzulassungen von 46,4 Prozent.

Was wird durch die Energiepreise noch alles teurer?

Höhere Energie- und Transportkosten treiben die Inflation an. Im August ist die Inflationsrate auf 3,2 Prozent geklettert, in der Eurozone liegt sie bei 3,3 Prozent. Treibstoffe und Heizöl werden als Hauptursachen gesehen. Lebensmittelpreise sind unterdessen nur moderat gestiegen. Ihre Teuerung liegt um 0,2 Prozent über dem Vorjahreswert.

Wie sehr profitieren Energieversorger von dieser Situation?

Mineralöl- und Erdgasunternehmen profitieren am meisten von …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.