Jobvermittlung für Beschäftigte? Es gibt andere Prioritäten

Wirtschaft

Beim Vorschlag des IHS-Chefs, das AMS könne aktiv Beschäftigte in neue Jobs vermitteln, muss es sich um ein Missverständnis handeln. Kernaussage des Vorstoßes: Die Information über bessere Jobchancen sei eine staatliche Aufgabe, einmal im Jahr müsse man Erwerbstätige darüber informieren, welche Stellen es anstatt ihres aktuellen Jobs in der Wirtschaftswelt für sie gäbe.

Ein Jahres-Newsletter über Jobmöglichkeiten also. Individuell, für jeden der 4,5 Millionen Beschäftigten. Das ist nett und serviceorientiert gedacht, würde vielleicht den Horizont des einen oder anderen über die Möglichkeiten in der Arbeitswelt erweitern. Aber der echte Nutzen dieser Mammutaufgabe ist fraglich.

Die Aufgabe des AMS ist es, arbeitslose Arbeitskräfte zu vermitteln. 375.730 Personen ohne Arbeit umfasst der Kreis der AMS-Kunden im August, Arbeitslosenquote: 7,2 Prozent. Die Zielgruppe auf Menschen auszuweiten, die in Beschäftigung sind, würde wohl die Ressourcen der Einrichtung sprengen. Zudem wäre das staatlich initiierte „Abwerben“ im Kampf um Fachkräfte für die Firmen eine zusätzliche Erschwernis. Und es ist – wieder – ein Eingriff in die Selbstverantwortung der Menschen: einer Arbeit nachgehen, Karriere machen, Ziele verfolgen, Jobangebote beobachten, den Markt kennen – je besser das jeder Einzelne kann, desto resilienter ist er auf dem Jobmarkt.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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