„Rex“-Fall mit #MeToo-Thema: „Originalzitate von Männern enthalten“

Kultur

Es scheint zu laufen für Kommissar Max Steiner (Maximilian Brückner). Nachdem er in den ersten drei Folgen noch die Zukunftsaussichten mit seiner Ex-Frau Sarah (Marie Burchard) klären musste, hat er heute in der Folge „Tod im Rampenlicht“ (20.15 Uhr, ORF 1) ein erstes Date mit der Rettungssanitäterin Julia (Maddalena Hirschal), die seit Folge 1 immer wieder seine Wege gekreuzt hat.

 

Dazu muss er auf den Semmering reisen und – für ihn eine Anstrengung – ins Theater gehen. Im pittoresk gelegenen Südbahnhotel kommt er wider Willen zu einem beruflichen Einsatz. Denn was Steiner nicht wusste: Dort ist vor einem Jahr Anton Mosner (George Lenz), der Intendant der Gruppe, durch einen Stromschlag auf der Bühne ums Leben gekommen. Damals ist der unschuldige technische Leiter Rudi Schober (diabolisch: Gerhard Liebmann) wegen fahrlässiger Tötung hinter Gitter gekommen.

Jetzt ist er wieder auf freiem Fuß. Um die Wahrheit herauszufinden, vermint er das verlassene Jahrhundertwende-Hotel und nimmt die Mitwirkenden in Geiselhaft. Max und Julia werden, ans Theatergestühl gefesselt, Zeugen des grotesken Schauspiels nach dem Schauspiel.

Machtmissbrauch

In Rückblenden sieht man den respektlosen Umgangston des Impresarios, der seine Machtposition ungebührlich ausnützt. Auch beim Schauplatz, dem Südbahnhotel, denkt man an medial berichtete Fehltritte. Ob da lebende Personen mitgemeint sind?

Regisseurin Esther Rauch sagt: „Es geht für mich hier prinzipiell um Machtmissbrauch im Kulturbereich. Da können sich ganz viele mitgemeint fühlen. Das ist die Welt, in der wir leben. Es sind durchaus Originalzitate von Männern enthalten, die Machtmissbrauch in Kulturbereich ausgeübt haben.“ Aber es werde „selbstverständlich niemand namentlich genannt, aber es geht auch tatsächlich nicht um eine spezielle lebende oder tote Person. Es geht darum, über ein System zu sprechen, wo wir trotz #MeToo immer noch tagtäglich Machtmissbrauch erleben, der in den meisten Fällen von Männern ausgeübt wird.“

  Selbstreform in letzter Minute

Vergleicht man dies mit den bisherigen Folgen des „Rex“-Revivals – und auch mit dem überwiegenden Teil der früheren Folgen – zeigt sich dieser Neunzigminüter gesellschaftlich äußerst relevant. War es der Regisseurin wichtig, dass solche Themen vorkommen?

„Ich finde, dass man gerade in kommerziellen Formaten wie ,Kommissar Rex‘, die darauf angelegt sind, ein breites Publikum zu erreichen, durchaus auch einmal gesellschaftskritisch wo hinschauen kann“, sagt Rauch. „Ich fände es aber falsch, das zum Kern der Geschichte zu machen, um bloß mit dem Finger auf etwas zu zeigen. Es muss unterhaltsam bleiben und leicht konsumierbar sein. Grundsätzlich habe in allen meinen Filmen den Anspruch, dass es einen gesellschaftlichen Mehrwert hat, diese Geschichte zu erzählen.“

Agatha-Christie-Stil

Im Grunde hat man es hier mit einem klassischen Whodunnit, inszeniert als Kammerspiel im Agatha-Christie-Stil, zu tun. Das illustre Ensemble, das nun auf der Bühne unter Wahrheitspflicht steht, hat tatsächlich einiges zu verbergen. Verkörpert werden die illustren Bühnenmenschen von Florian Carove („Crooks“), Katrin Lux („Familiensache“, „Dahoam is Dahoam“), Josef Ellers („Vienna Blood“), Daniel Langbein („Die Toten vom Bodensee“) und Großschauspielerin Birgit Minichmayr („Andrea lässt sich scheiden“).

Und der Hund?

Über den eigentlichen Hauptdarsteller, Reginald von Ravenhorst VIII., wurde hier noch gar nicht gesprochen. Er musste draußen im Auto warten. Als ihm das Ganze verdächtig vorkommt, springt er raus und versucht, sein Herrchen zu finden. Rex macht dann eine kleine …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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