ams-Osram will mit Technik für smarte Brillen und Rechenzentren wachsen

Wirtschaft

Die Transaktion sei ein wichtiger Schritt, um das Unternehmen für die Zukunft aufzustellen, sagte ams-Osram-Chef Aldo Kamper bei einem Gespräch mit Journalisten vergangene Woche in Wien.  

Der Verkauf der nicht optischen Sensorsparte an den deutschen Halbleiterkonzern Infineon bringt ams-Osram 570 Mio. Euro. Geld, mit dem Schulden abgebaut und Spielraum für Investitionen geschaffen werden soll. Kamper geht davon aus, dass die Transaktion mit 1. Juli abgeschlossen sein wird. 

Man habe einen überschaubaren Teil der Firma, der für rund sieben Prozent des Umsatzes verantwortlich gewesen sei, verkauft und könne damit die Schuldenlast um ein Drittel senken. Die jährlichen Zinszahlungen sollen in den nächsten Jahren von 300 Mio. Euro auf die Hälfte sinken. 

Wie es in Premstätten weitergeht

Die Auswirkungen auf den Standort in Premstätten halten sich, zumindest was die Zahl der Arbeitsplätze betrifft, in Grenzen. Nach Abschluss der Transaktion werden 70 Mitarbeiter in der Entwicklung an den Grazer Infineon-Standort wechseln. Infineon werde bis auf Weiteres aus dem Werk beziehen. ams-Osram also auf absehbare Zeit als Auftragsfertiger für den Halbleiterhersteller tätig sein. 

Die Mitarbeiterzahl in Premstätten soll von heute 1.450 bis 2030 auf 1.550 steigen. Dazu gibt es Vereinbarungen mit der Republik Österreich. Sie stellt für das Werk insgesamt Förderungen von bis zu 227 Mio. Euro, darunter auch Gelder aus dem EU Chips Act, bereit. Der Verkauf der Sparte hatte nach Bekanntwerden im Februar dazu geführt, dass Sorgen um den Standort laut wurden. 

Nach dem Auslaufen der Produktion für Infineon sollen die frei werdenden Kapazitäten in den Ausbau bestehender Geschäftsfelder und neue Produkte fließen. Kamper will u. a. die Auftragsfertigung von Chips ausbauen und sich dabei auch als „zuverlässige lokale Quelle“ für kleinere und mittlere europäische Unternehmen positionieren: „Europäische Kunden haben gemerkt, dass, wenn es eng wird, sie bei den großen Auftragsfertigern in Asien ganz hinten in der Schlange stehen.“ 

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Neue Produkte

Künftig will das Unternehmen auf „Digital Photonics“, also digitale Lichttechnologien, fokussieren. Mit intelligenten Scheinwerfern für Autos ist man bereits am Markt. Auch bei smarten Brillen, bei denen Informationen auf winzige Displays vor das Auge projiziert werden, will ams-Osram mitmischen und dafür Steuerelemente liefern.  Auf längere Sicht sei vorstellbar, dass solche Augmented-Reality-Brillen das Smartphone ablösen werden, sagt Kamper: „Das kann wirklich groß werden.“

Aber auch bei der Datenübertragung in Rechenzentren sieht der ams-Osram-Chef Möglichkeiten. Die Lichttechnologie des Unternehmens soll Kupferkabel beim Datenverkehr ersetzen. Noch ist das Zukunftsmusik. Bei Steuerelementen für AR-Brillen sieht man sich schon weiter und ist dabei, die Entwicklung abzuschließen. 

Was aber, wenn die Wetten nicht aufgehen? Man habe ein solides Geschäft und sei etwa bei LEDs und der Sensorik für Smartphones und andere Bereiche gut positioniert, sagt Kamper. Bei Investoren scheinen die Pläne zu verfangen. Der Aktienkurs von ams-Osram hat seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte zugelegt.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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